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Im Krieg der USA und Israels gegen den Iran ist kein Ende absehbar. Zudem markierten die Ölpreise wegen der Furcht vor langfristigen Lieferausfällen neue mehrjährige Höchststände. Dies schürte wiederum die Sorgen vor einem steigenden Inflationsdruck und dadurch erzwungenen geldpolitischen Straffungen. Enttäuschende Daten vom US-Arbeitsmarkt passten in das trübe Bild. Hier enttäuschte insbesondere ein überraschender Stellenrückgang im Februar.
Beim heimischen Leitindex hat sich inzwischen auch das charttechnische Bild deutlich eingetrübt - mehrere Indikatoren würden den Beginn eines Abwärtstrends indizieren, schrieb Analyst Christoph Schultes von der Erste Group. Zumindest hätte sich zuletzt so etwas wie eine Bodenbildung angedeutet - nun sei die 50-Tage-Linie bei rund 5.559 Punkten ein Widerstand.
Der ATX Prime gab am Freitag um 0,63 Prozent auf 2.686,13 Zähler nach. Noch deutlicher hinab ging es an anderen europäischen Börsen.
Einen noch stärkeren Rückgang verhinderten vor dem Wochenende die Titel aus dem Öl- und dem Versorgungssektor, die tendenziell von höheren Energiepreisen profitieren. Die Schwergewichte OMV und Verbund legten um 2,2 respektive 4,5 Prozent zu. Sie sind zudem die einzigen Aktien im ATX, die eine positive Wochenbilanz aufweisen. Weiters stiegen am Freitag SBO um 2,6 Prozent und EVN verfestigten sich um zwei Prozent.
Die größten Verluste verbuchten dagegen die Titel des Airline-Caterers DO&Co, die 4,7 Prozent einbüßten. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf 16 Prozent. Ebenfalls schwächer zeigten sich energieintensive Industriewerte wie voestalpine und Wienerberger, die auf Wochensicht jeweils um rund zwölf Prozent abrutschten.
Porr-Aktien gaben um vergleichsweise moderate 0,4 Prozent auf 38,85 Euro nach. Warburg Research stufte die Titel von "Buy" auf "Hold" ab, hob aber das Kursziel auf 43 Euro an. Auch wenn die Equity Story intakt bleibe, preise das aktuelle Kursniveau fast alles ein, schrieb Analyst Philipp Kaiser.