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An den internationalen Märkten hat der deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex für Jänner die Laune getrübt. Der Index lag bei 87,6 Punkten, von Reuters befragte Ökonomen hatten nach zwei Rückgängen in Folge mit einem Anstieg auf 88,2 Zähler gerechnet. "Allerdings sehen die Details besser aus, als es der reine Index suggeriert", sagte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. So schätzten die Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe ihre Situation besser ein als im Vormonat. Seitens der EZB sieht laut den Experten der Helaba OeNB-Generalgouverneur Martin Kocher, der am Nachmittag eine Rede in Frankfurt halten wird, weiter wirtschaftliche Risiken durch einen möglichen Zollkrieg mit den USA steigen.
Unternehmensseitig sind der heimische Ziegelkonzern Wienerberger und die Raiffeisen Bank International (RBI) in den Fokus gerückt. Analysten der UBS haben ihr Kaufvotum "Sell" und das Kursziel von 25,00 Euro bestätigt. Nach Einschätzung der Analysten bleibt die kurzfristige Entwicklung insbesondere in Nordamerika herausfordernd, belastet durch den Rückgang im Wohnneubau und möglicherweise durch den Regierungsstillstand. Wienerberger legten im Tagesverlauf trotzdem 0,8 Prozent auf 28,32 Euro zu.
Die weiteren Bauwerte sackten etwas ab. Strabag verloren 1,5 Prozent. Porr verbuchten Abgänge von satten 5,1 Prozent und waren damit weiter Schlusslicht im ATX Prime-Segment. Dahinter lagen Palfinger mit minus 3,7 Prozent Bajay Mobility (vormals Pierer Mobility) mit Minus 3,0 Prozent.
Die Deutsche Bank Research (DB) ließ in einer Analyse von Raiffeisen Bank International (RBI) ihre Kaufempfehlung "Hold" aufrecht. Höhere Risikokosten könnten zu einem Rückgang des Gewinns um 40 Prozent im 4. Quartal 2025 im Vergleich mit dem Vorquartal führen, heißt es in einer Erklärung. "Mit Blick auf die Zukunft bleiben wir weiterhin zurückhaltend und bekräftigen unsere Hold-Empfehlung für RBI, da unserer Ansicht nach vorerst weiterhin erhöhte Unsicherheiten für die Aktie bestehen", erläutert DB-Analystin Marlene Eibensteiner in der Analyse. Trotzdem wurde das Kursziel von 27 auf 32 Euro pro Aktie erhöht. RBI notierten zuletzt mit plus 0,87 Prozent bei 39,26 Punkten.
Topperformer war die Austria Card Holding mit plus 3,6 Prozent vor der EVN mit 2,5 Prozent. Dahinter folgte Lenzing (+ 2,3 Prozent). Die Versicherer von der UNIQA fanden sich dagegen mit 0,1 Prozent im Minus. Im Plus notierten auch die weiteren schwer gewichteten Geldhäuser: Erste Group lagen bei plus 1,4 Prozent, BAWAG bei plus 1,3 Prozent und trugen damit zur Stabilisierung des ATX bei, obwohl die OMV - ein weiteres Schwergewicht - Abschläge von 0,8 Prozent verbuchte.