
von
In der Eurozone sind neue Inflationsdaten in den Mittelpunkt gerückt. Mit dem Ölpreisschub im Zuge des Iran-Krieges hat die Inflation in der Eurozone nämlich deutlich angezogen. Im Jahresvergleich legten die Verbraucherpreise im März um 2,5 Prozent zu, wie das Statistikamt Eurostat am Dienstag nach einer ersten Schätzung mitteilte. Im Februar hatte die Inflationsrate bei 1,9 Prozent gelegen. Volkswirte hatten allerdings im Schnitt einen noch etwas stärkeren Anstieg auf 2,6 Prozent erwartet. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig eine Jahresteuerung von zwei Prozent an.
Angetrieben wurde die Inflation durch die im Zuge des Iran-Kriegs gestiegenen Energiepreise. Diese legten um 4,9 Prozent im Jahresvergleich zu. Im Februar waren sie noch um 3,1 Prozent gefallen. Damit steigt der Druck auf die EZB, bei ihrer nächsten Sitzung Ende April über eine Erhöhung des Leitzinses nachzudenken, um gegen eine steigende Inflation vorzugehen.
Die Ökonomen der Commerzbank glauben aber nicht, dass mit den Daten die Wahrscheinlichkeit von gegensteuernden Zinserhöhungen gestiegen ist. Die Kerninflation ohne Energie, Nahrungs- und Genussmittel ist geringfügig sogar gesunken, so die Experten.
EZB-Chefin Christine Lagarde und andere Notenbanker der EZB haben zuletzt bekräftigt, dass sie vorerst die Folgen des Iran-Kriegs abwarten wollen. Die Währungshüter haben zugleich deutlich gemacht, dass sie notfalls handeln und gegensteuern würden. Seit Mitte 2025 steht der Leitzins unverändert bei 2,00 Prozent.
Natürlich sind die internationalen Blicke auch weiter auf den Nahen Osten gerichtet. Zur Vorsicht mahnen derzeit die möglichen Folgen eines längeren Konflikts im Iran und anhaltend hoher Ölpreise. "Mit dem starken Anstieg der Energiepreise wächst die Befürchtung, dass die Weltwirtschaft in eine stagflationäre Phase geraten könnte, also in eine Zeit schwachen Wachstums bei gleichzeitig hoher Inflation", gab Duncan Lamont, Leiter des Strategic Research bei der Fondsgesellschaft Schroders, zu bedenken. "Für den Aktienmarkt ist das im historischen Mittel das ungünstigste Szenario."
Die Ölpreise, die nach Trumps jüngsten Aussagen zeitweise nachgegeben hatten, setzten heute im Handelsverlauf ihren Aufwärtskurs fort. Nordseeöl Brent legte um gut zwei Prozent zu, während US-Leichtöl WTI um knapp 1,5 Prozent vorrückte. Mit einem Plus von jeweils fast 60 Prozent im März steuern sie auf ihren größten Monatsanstieg seit Beginn der Aufzeichnungen zu.
Heute wurde bekanntgegeben, dass der österreichische Energiekonzern OMV und ihr arabischer Partner und Kernaktionär ADNOC ihre Milliardenfusion im Chemiebereich formell abgeschlossen haben. Wie die Unternehmen mitteilten, wurde die neue Borouge Group International AG mit Sitz in Wien erfolgreich gegründet. Der Konzern agiert künftig unter dem Markennamen Borouge International und steigt zum viertgrößten Polyolefin-Produzenten der Welt auf.
Die Basis der neuen Gesellschaft bildet die Zusammenlegung der bisherigen OMV-Tochter Borealis und des in Abu Dhabi börsennotierten Herstellers Borouge Plc. OMV konnten heute um 0,8 Prozent zulegen.
Am besten im ATX Prime Segment performte der Baukonzern Porr. Die Aktien von Porr gingen am Vormittag um 5,6 Prozent hinauf.
Nachdem Aktien der Raiffeisen Bank International (RBI) am Montag nach der Bekanntgabe einer Übernahme in Rumänien 1,3 Prozent verloren hatten, erholten sich heute die Papiere und gewannen 0,9 Prozent. Gestützt wurde ATX auch von den weiteren schwergewichteten Bankenwerten. BAWAG bauten 2,4 Prozent und Erste 1,9 Prozent auf.
Am unteren Ende des ATX Prime-Segments rangierte die Addiko Bank mit minus 3,8 Prozent.
Analysten der Baader Bank haben ihre Empfehlung "Buy" für die Aktien des in Zürich notierten steirischen Chip- und Sensorenherstellers ams Osram bestätigt. Ihr Kursziel liegt aktuell bei 12,60 Schweizer Franken. Zum Vergleich: An der Schweizer Börse notierten ams Osram zuletzt mit 8,56 Franken.