Europas Leitbörsen schließen überwiegend tiefer

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Gewinnmitnahmen wegen Zweifel an rascher Lösung des Iran-Konflikts
 © AFP, LUDOVIC MARIN, Apa
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Nach der Kursrally zum Wochenstart haben an den europäischen Aktienmärkten am Dienstag wieder Gewinnmitnahmen überwogen. Trotz der aktuell etwas zugespitzten Lage im Iran-Krieg fielen diese moderat aus. Allerdings "wachsen schon wieder die Zweifel, ob es tatsächlich zeitnah zu einer schnellen und reibungslosen Einigung zwischen den Kriegsparteien kommen kann", warnte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets.

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Der Euro-Stoxx-50 verlor letztlich 1,18 Prozent auf 6.064,15 Punkte. In Frankfurt schloss der DAX um 0,80 Prozent schwächer bei 25.184,89 Zählern. Der Londoner FTSE-100 stieg dagegen um 0,24 Prozent auf 10.491,39 Punkte. Wie der ebenfalls moderat höhere Zürcher SMI hatte der britische Leitindex die positive Entwicklung vom Wochenstart allerdings feiertagsbedingt verpasst.

Am Montag hatte die Hoffnung auf ein Ende des Iran-Kriegs durch eine Verhandlungslösung für Kursgewinne an den Aktienmärkten gesorgt. Neue US-Angriffe gegen Ziele im Iran dämpften nun die Zuversicht, zudem sagte US-Außenminister Marco Rubio am Dienstag Reportern, dass die Verhandlungen noch "einige Tage in Anspruch nehmen" könnten. Derzeit würden beide Seiten über den Wortlaut eines ersten Dokuments beraten.

Im gemischten Ölsektor schlossen BP 3,6 Prozent tiefer. Der Ölkonzern setzte seinen Verwaltungsratschef Albert Manifold wegen rechtlicher Vorwürfe überraschend vor die Tür. Die genauen Gründe für die Entlassung seien nicht bekannt, aber auch irrelevant, kommentierte Alastair Syme von der US-Bank Citigroup. Das Problem sei, dass Manifold mit seinem Engagement für einen positiven Wandel, Teil der Equity-Story des Ölkonzerns gewesen sei.

In London stiegen Kingfisher-Aktien nach Meldung von Umsatzzahlen für das Quartal um 4,6 Prozent. Nordex-Aktien reagierten hingegen in Frankfurt nicht auf die Ankündigung eines Großauftrags und schlossen unverändert.

Ferrari-Aktien gaben um 8,4 Prozent nach. Die Aktie reagierte damit auf die Vorstellung des ersten reinen Elektrofahrzeugs. Grund war das Design des 550.000 Euro teuren Wagens, wie Pierre-Olivier Essig, Leiter Research beim Analyseanbieter AIR Research, betonte. Chinesische und japanische Sportwagen sähen ähnlich aus, kosteten aber nur einen Bruchteil.

Ansonsten bewegten Analystenaussagen die Aktienkurse. Beim DAX-Konzern Merck KGaA mussten die Anleger nach der jüngsten Erholungsrally einen Rückgang um 1,3 Prozent auf gut 128 Euro verkraften. In der Einordnung des Bewertungsniveaus herrscht Unstimmigkeit zwischen Experten. Während Analyst James Vane-Tempest von der Investmentbank Jefferies die Aktien jetzt beim Kursziel von 129 Euro neu mit "Hold" einstuft, hält sie JPMorgan-Analyst Richard Vosser immer noch für unterbewertet.

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