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Gestützt wurden die Märkte am Nachmittag von Hoffnungen auf Fortschritte im Nahost-Konflikt. US-Präsident Donald Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social, die USA führten "ernsthafte Gespräche mit einer neuen und vernünftigeren Regierung" im Iran, um die Militäroperation zu beenden. Es seien "große Fortschritte erzielt" worden. Sollte es jedoch keine Einigung zur Beendigung der Kämpfe und zur Öffnung der Straße von Hormuz geben, drohte er dem Iran mit massiven Angriffen und der Zerstörung der Energie-Infrastruktur des Landes.
Unter Druck kamen nach Meldung einer Übernahme in Rumänien die Aktien der RBI und verloren 2,1 Prozent. Die Bank hat in der Nacht auf Samstag bekannt gegeben, dass sie die rumänischen Geschäftsbereiche der BBVA-Tochter Garanti für 591 Mio. Euro übernehmen werde. Die Analysten der Erste Group werteten die Übernahme in einer ersten Reaktion positiv. Der Kauf passe gut in die Gesamtstrategie der RBI und verringere zudem den relativen Anteil des Russlands-Geschäfts, so das Fazit der Experten.
Sehr schwach zeigten sich im ATX auch Lenzing-Aktien und büßten 1,8 Prozent ein. Unter den weiteren Verlierern fanden sich voestalpine mit einem Minus von 1,5 Prozent. Titel des Anlagenbauers Andritz lagen bedingt durch ihren Dividendenabschlag 4,2 Prozent im Minus.
Gut gesucht waren im ATX die beiden Aktien aus der Ölbranche. Titel des Energiekonzerns OMV legten 2,2 Prozent zu, Aktien des Ölfeldausrüsters SBO lagen mit einem Plus von 3,1 Prozent an der Indexspitze. Auch an anderen Börsen in Europa fanden sich Ölwerte angesichts des anhaltenden Höhenflugs der Rohölpreise unter den größten Gewinnern. Der Preis für ein Fass der Referenzölsorte Brent stieg angesichts der Unsicherheiten rund um den Iran-Krieg zuletzt zeitweise auf bis zu 119 Dollar je Fass, kam dann aber wieder etwas zurück. Die Ölpreise gelten derzeit als Gradmesser der Konjunkturängste an den Märkten.
Die starken Ölpreisanstiege schürten insbesondere Ängste vor hoher Inflation und damit auch gegensteuernden Zinserhöhungen der Notenbanken. Aufmerksam verfolgt wurden daher die am Montag veröffentlichten Inflationsdaten aus Deutschland. Nachdem bereits die am Vormittag veröffentlichten Zahlen einzelner Bundesländer Anstiege der Teuerungsraten zeigten, schlugen die landesweiten Daten am Nachmittag in dieselbe Kerbe. Die deutsche Inflationsrate schnellte im März auf 2,7 Prozent nach oben, von 1,9 Prozent im Februar. Das ist der höchste Wert seit Anfang 2024.
Die mit der hohen Inflation verbundenen Ängste vor Zinserhöhungen der EZB wurden zuletzt aber von mehreren EZB-Vertretern gedämpft. Das französische EZB-Ratsmitglied François Villeroy de Galhau hat die Spekulation auf eine schnelle Zinserhöhung wegen des Ölpreisschocks in einem Interview als verfrüht bezeichnet. Neben Villeroy de Galhau hat sich auch EZB-Direktorin Isabel Schnabel zuletzt eher zurückhaltend zur Möglichkeit einer schnellen Zinserhöhung gezeigt.
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/ROLAND SCHLAGER/ROLAND SCHLAGER