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Über die gesamte Woche hinweg steht für den ATX dennoch ein ansehnliches Plus von drei Prozent zu Buche - vor allem dank der starken Bankaktien, die unter anderem von positiven Analystenstimmen zu den jüngsten Quartalszahlen profitierten. Auch am Freitag gaben die Titel der Branche den Ton an - angesichts von Gewinnmitnahmen jedoch mit umgekehrtem Vorzeichen.
Der Arbeitsmarktbericht der US-Regierung hinterließ hierzulande keine nachhaltigen Spuren, obwohl er die Sorgen vor steigenden US-Leitzinsen dämpfte. Die Zahl der Beschäftigten in den USA sank im Juli überraschend, die Vormonatswerte wurden nach unten revidiert, und auch das Lohnwachstum blieb hinter den Erwartungen der Analysten zurück. "Der US-Arbeitsmarktbericht für Juli war in nahezu allen Belangen enttäuschend", schrieb LBBW-Ökonom Dirk Chlench. Er rechnet damit, dass die Fed 2026 keine weitere Zinsanhebung mehr vornehmen wird.
Mit Blick auf die Einzelwerte machten die Anleger offenbar bei zuletzt gut gelaufenen Werten Kasse. So gaben Erste Group und RBI mit minus 1,4 respektive 2,2 Prozent jeweils stärker nach als der Gesamtmarkt. Auch AT&S grenzten ihren immer noch deutlichen Wochengewinn mit einem Tagesverlust von 2,8 Prozent etwas ein.
Zahlen gab es vor dem Wochenende von der Österreichischen Post sowie vom Feuerwehrausrüster Rosenbauer. Die Post AG verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 bei höheren Umsätzen einen deutlichen Gewinnrückgang, worauf die Aktie 4,9 Prozent einbüßte. Den Jahresausblick ließ das Unternehmen jedoch unverändert.
Das schwache erste Halbjahr, obwohl nicht überraschend, habe wohl einige Investoren auf kaltem Fuß erwischt, erklärte Erste-Analyst Christoph Schultes die negative Kursreaktion. Die Geschäftsführung habe jedoch eine klare Erklärung geliefert, wie der EBIT-Rückgang im restlichen Jahresverlauf aufgeholt werden soll. Auch Barclays-Analyst Marco Limite sprach von erwartungsgemäßen Zahlen. Jedoch würden sich einige strukturell negative Trends, darunter zurückgehende Briefvolumen und Margendruck im Paketgeschäft, fortsetzen. Er bekräftigte seine "Undeweight"-Empfehlung.
Um 3,6 Prozent ging es für die zuletzt starken Rosenbauer-Papiere hinab. Eine höhere Anzahl an Fahrzeugauslieferungen und mehr Geschäft im vorbeugenden Brandschutz brachten den Feuerwehrausstatter ein Umsatz- und Gewinnplus. Die Baader Bank sprach in einer ersten Reaktion zwar von einem starken Zweitquartal, jedoch hätten Umsatz und EBIT ihre Erwartungen verfehlt.
Bei voestalpine hob die Erste Group ihre Empfehlung von "Hold" auf "Accumulate" an, bei einem auf 55,30 Euro erhöhten Kursziel. Die Heraufstufung spiegle höhere mittelfristige Schätzungen, eine optimistischere Einschätzung der Stahlsparte sowie eine im Branchenvergleich attraktive Bewertung wider, hieß es. Den Aktienkurs des Stahlkonzerns stützte dies nicht nachhaltig, er verringerte sich letztlich um 2,1 Prozent auf 46,14 Euro.
Etwas besser sah es bei Porr aus, die nach einer Kurszielanhebung 0,9 Prozent höher bei 38,40 Euro schlossen. Die Analysten der Berenberg Bank hoben ihr Ziel für die Aktien des heimischen Baukonzerns auf 42,50 Euro an und bekräftigten ihre Kaufempfehlung. Sie prognostizieren ein starkes Wachstum in der Baubranche in Deutschland und sehen die Auftragsentwicklung in Osteuropa positiv.