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Das belastende Thema an den Finanzmärkten blieb unverändert der hohe Rohölpreis wegen den Kampfhandlungen im Nahen Osten. Der Iran nimmt dabei immer stärker die Energiewirtschaft in der Golfregion ins Visier. US-Präsident Donald Trump stellt zwar seit Tagen ein baldiges Ende des Krieges in Aussicht. Noch scheinen die Kapazitäten des Regimes in Teheran aber ausreichend für zumindest schmerzhafte Schläge. Je länger die militärische Auseinandersetzung anhält und die Energiepreise ein hohes Niveau aufweisen, desto größer sind die inflationären und konjunkturellen Auswirkungen, schrieben die Helaba-Analysten.
Am heimischen Aktienmarkt rückten auf Unternehmensebene die Post und die Vienna Insurance Group (VIG) mit Zahlenvorlagen in den Fokus. Die Österreichische Post musste 2025 beim Umsatz und beim Ergebnis einen Rückgang hinnehmen. Das Betriebsergebnis (Ebit) ging im Jahresvergleich um fünf Prozent auf 196,9 Mio. Euro zurück. Der Umsatz reduzierte sich um 2,6 Prozent auf 3,04 Mrd. Euro. Die Post-Aktie reagierte auf die Zahlenvorlage mit minus 2,4 Prozent. Die Analysten der Erste Group und von Barclays bewerteten die vorgelegten Ergebnisse als weitgehend im Rahmen der Erwartungen.
Die Vienna Insurance Group hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Umsatz und Gewinn gemacht. Die verrechneten Prämien stiegen 2025 um 7,1 Prozent auf 16,3 Mrd. Euro, das Ergebnis vor Steuern kletterte um fast ein Drittel auf 1,16 Mrd. Euro. Die Dividende pro Aktie soll dank der Ergebnissteigerung um 12 Prozent auf 1,73 Euro erhöht werden. Die Titel des Versicherungskonzerns schlossen dennoch mit einem Kursabschlag von 2,2 Prozent. Nach Einschätzung der Erste Group lieferte die VIG exzellente Ergebnisse im Rahmen der Prognosen. Der Dividendenvorschlag enttäuschte jedoch.
Auf den ATX lasteten zudem die Kursrückgänge der schwergewichteten Banken. Europaweit standen die Banken unter Verkaufsdruck. Erste Group verbilligten sich in Wien trotz einer positiveren Expertenmeinung um 3,1 Prozent auf 93,80 Euro. Die Analysten der UBS haben ihr Kursziel für die Aktien der Erste Group leicht von 108 auf 109 Euro angehoben. Die Kaufempfehlung "Buy" wurde zudem bestätigt. Raiffeisen Bank International fielen um 2,9 Prozent und BAWAG sanken um 1,9 Prozent.
Bei Andritz gab es einen deutlichen Kursrückgang von 2,7 Prozent zu sehen. voestalpine schwächten sich um 1,9 Prozent ab. In einer schwachen Branche sackten die Titel des Automobilzulieferers Polytec um 4,9 Prozent ab. FACC rutschten 3,9 Prozent tiefer. Die Papiere der Stromversorger Verbund und EVN konnten hingegen um 3,1 bzw. 0,9 Prozent zulegen.
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/ROLAND SCHLAGER/ROLAND SCHLAGER