Wiener Börse dreht ins Minus, ATX verliert 0,17 Prozent

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
5 min
Nach Gewinnen im Frühhandel
 © HANS PUNZ, Themenbild, Apa
©HANS PUNZ, Themenbild, Apa
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
Der Wiener Aktienmarkt hat am Mittwochnachmittag in den Minusbereich gewendet. Der heimische Leitindex ATX gab gegen 14.15 Uhr 0,17 Prozent auf 5.838,89 Einheiten ab, nachdem er im Frühhandel noch leicht zugelegt hatte. Die europäischen Leitbörsen zeigten sich nach den starken Vortagesabschlägen hingegen überwiegend mit Kursgewinnen.

von

Nachlassende Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung des Nahost-Konflikts haben die Ölpreise bereits am Vortag klar ansteigen lassen und die Stimmung der Anleger getrübt. Der Iran-Konflikt ist ungelöst und die Lage in der Straße von Hormuz undurchsichtig, schrieben die Helaba-Analysten. Noch hält der Waffenstillstand, die Rhetorik der Konfliktparteien verschärft sich aber. In diesem Zusammenhang sei auf den anstehenden Besuch von US-Präsident Trump in China verwiesen. Die USA fordern China dazu auf, eine größere Rolle bei den Friedensverhandlungen zu spielen, hieß es weiter von den Experten.

Am heimischen Markt nahm auf Unternehmensebene die Berichtssaison merklich an Fahrt auf. Zahlen legten Addiko Bank, Bajaj Mobility, Polytec, Semperit, Wienerberger und der Verbund vor.

Die Trockenheit und die damit verbundene schwache Wasserführung haben dem teilstaatlichen Stromkonzern Verbund im ersten Quartal einen Ergebniseinbruch beschert. Der Gewinn sackte um 32 Prozent auf 270 Mio. Euro ab, beim Umsatz ergab sich ein Minus von 15,5 Prozent auf 1,94 Mrd. Euro. Zusätzlich negativ auf das Ergebnis wirkte ein niedrigerer durchschnittlicher Absatzpreis im Stromverkauf. Die Verbund-Aktie reagierte auf die Zahlenvorlage mit plus 0,1 Prozent. Laut Barclays lagen die Zahlen über den Erwartungen. Positiv hoben zudem die Analysten der Erste Group hervor, dass der Verbund den Gesamtjahresausblick nach oben revidiert hat.

Der Baustoffriese Wienerberger hat heuer im ersten Quartal 30 Mio. Euro Verlust eingefahren, wie der weltgrößte Ziegelhersteller bekannt gab. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres war noch ein Gewinn nach Steuern von 5 Mio. Euro erzielt worden. Der Umsatz sank um 7 Prozent auf knapp über 1 Mrd. Euro. Wienerberger-Aktien bauten ein Minus von fast fünf Prozent. Laut Erste Group lieferte das Unternehmen einen schwachen Auftakt in das Jahr 2026.

Der Motorradhersteller Bajaj Mobility, früher Pierer Mobility, hat im ersten Quartal deutlich mehr Umsatz gemacht und den Verlust klar eingegrenzt. Unterm Strich stand ein Minus von 35,1 Mio. Euro, nach einem Verlust von 108,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz legte indessen um 70,2 Prozent auf 331,3 Mio. Euro zu, wie die KTM-Mutter mitteilte. Die Bajaj-Titel beschleunigten um fast sieben Prozent.

Der oberösterreichische Autozulieferer Polytec hat in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2026 bei einem deutlich geringeren Umsatz ein höheres Ergebnis erzielt. Das Ergebnis nach Steuern kletterte auf 2,5 Mio. Euro, nach 1,0 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Grund für den Umsatzrückgang um 20,8 Prozent auf 143,7 Mio. Euro war vor allem der Verkauf des operativen Geschäfts im Vereinigten Königreich Ende 2025. Bei Polytec gab es im Verlauf keine Kursveränderung zu sehen.

Der in Wien ansässige Gummi- und Kautschukkonzern Semperit hat im ersten Quartal 2026 wieder deutlich in die Gewinnzone zurückgefunden. Nach einem Verlust drehte das Ergebnis nach Steuern mit 8,9 Mio. Euro ins Plus. Auch beim Umsatz und dem operativen Ergebnis (EBITDA) verzeichnete das Traditionsunternehmen in den ersten drei Monaten des Jahres kräftige Zuwächse. Semperit-Anteilsscheine tendierten ebenfalls unverändert.

Die auf das Geschäft in Zentral- und Osteuropa spezialisierte Addiko Bank hat im ersten Quartal 2026 weniger Gewinn gemacht. Sondereffekte belasteten das operative Ergebnis, beim Neugeschäft gab es dagegen ein Wachstum von 6,1 Prozent.

Im Übernahmewettbewerb um die Addiko Bank hat die Raiffeisen Bank International (RBI) heute ihr Angebot für das auf Zentral-und Osteuropa spezialisierte Institut nach oben geschraubt. Geboten werden nun 26,50 Euro je Aktie, das Erstangebot lautete noch auf 23,05 Euro je Anteilsschein. Konkurrenz kommt von der slowenischen Nova Ljubljanska Banka (NLB), die ebenfalls an der Addiko interessiert ist und 29,0 Euro je Aktie bietet. Die Addiko-Aktie tendierten zuletzt bei 29 Euro und wurden heute noch nicht gehandelt.

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/THEMENBILD/HANS PUNZ

Über die Autoren

Logo
trend. Abo

Holen Sie sich trend. jetzt im bequemen Jahresabo!