Wiener Börse dreht im Verlauf ins Plus

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Wiener Börse ist nach holprigem Start im grünen Bereich
 © Themenbild, Apa, HELMUT FOHRINGER
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Der Wiener Aktienmarkt hat am Montagnachmittag ins Plus gedreht. Der heimische Leitindex ATX notierte gegen 14.45 Uhr mit plus 0,45 Prozent bei 5.886,55 Punkten. Der ATX Prime sank um 0,42 Prozent auf 2.910,17 Zähler. Die wichtigsten europäischen Börsen präsentierten sich zunächst mehrheitlich mit Abschlägen, drehten aber teilweise ebenfalls in den grünen Bereich. Im Iran-Krieg gibt es wieder ein wenig Hoffnung.

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Pakistan übermittelte den USA angeblich einen überarbeiteten Vorschlag des Iran zur Beendigung des Krieges. Das sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person aus pakistanischen Vermittlerkreisen am Montag der Nachrichtenagentur Reuters vor dem Hintergrund der stockenden Friedensgespräche. Wie am Vortag angekündigt, seien Teherans "Bedenken" der Gegenseite übermittelt worden, sagte dazu der iranische Außenministeriumssprecher Esmail Baghaei. Weiter sagte er, die Gespräche würden "über den pakistanischen Vermittler fortgesetzt". Details nannte er zunächst nicht. Iranische Medien hatten zuvor von "überzogenen Bedingungen" der USA berichtet.

Zudem bestätigte der Iran offiziell, dass er eine eigene Behörde zur Kontrolle der Schifffahrt in der Straße von Hormuz gegründet hat. Die "Behörde für die Straße des Persischen Golfs" (PGSA) verfüge über einen offiziellen Account, über den sie "Echtzeit-Updates zu den Operationen" in der Meerenge bereitstellen werde, erklärten der Nationale Sicherheitsrat und die Marine der iranischen Revolutionsgarden, der Elitestreitmacht des Landes, am Montag. Details wurden nicht genannt. Das Fachblatt "Lloyd's List" hatte Anfang Mai berichtet, die Behörde werde dafür zuständig sein, Durchfahrtsgenehmigungen zu erteilten und Mautgebühren zu erheben. Schiffe, welche die Straße von Hormuz befahren wollen, müssten "detaillierte Aufzeichnungen über Eigentümer, Versicherung, Besatzung und die geplante Transitroute" machen.

In Österreich ist es im Verlauf unternehmensseitig ruhig geblieben. Analysten der Erste Group Research senkten nach den Quartalszahlen von Wienerberger das Kursziel für die Papiere des Ziegelkonzerns von 36,60 Euro auf 34,70 Euro, was den niedrigeren Gewinnschätzungen Rechnung trage, hieß es dazu. Die Empfehlung "Buy" wird beibehalten, da Wienerberger mit einem erheblichen Abschlag gegenüber der Konkurrenz gehandelt werde und die zyklusübergreifenden Kennzahlen weder das strukturell verbesserte, weniger konjunkturabhängige und margenstärkere Portfolio noch die starke Cash-Generierung widerspiegelten. Die Wienerberger-Aktie stiegen im Verlauf um 0,18 Prozent auf 22,38 Euro.

Analysten von Warburg Research hielten ihr Kursziel für die Aktien der heimischen Semperit weiter auf 22,00 Euro. Die Kaufempfehlung "Buy" wurde vom zuständigen Experten Stefan Augustin ebenfalls bestätigt, der "das starke Ergebnis des ersten Quartals als Puffer" betrachtet. Die Aktien notierten am Nachmittag unverändert bei 15,00 Euro.

Die Polytec-Aktien fielen um 4,18 Prozent auf 4,36 Euro. Die Analysten der Baader Bank passten ihre Gewinnschätzungen für den heimischen Autozulieferer an. Die Anlageempfehlung lautet auf "Reduce", das 6-Monats-Kursziel wird von Analyst Martin Schnee mit 4,89 Euro beziffert.

Der Öl- und Gaskonzern OMV begann am Montag im niederösterreichischen Wittau offiziell mit der Förderung von Erdgas. Das Vorkommen gilt mit geschätzten 48 Terawattstunden (TWh) als das bedeutendste des Landes seit vier Jahrzehnten. Das Projekt soll die heimische Gasproduktion stärken und in der ersten Phase den Bedarf von rund 100.000 Haushalten decken und die Eigenversorgung mit Erdgas in Österreich von 6 auf 10 Prozent steigern. Die OMV-Aktie verlor trotzdem 0,4 Prozent auf 62,70 Euro zu.

An der ATX-Spitze lagen die Werte des Chip-Zulieferers AT&S mit einem Plus von 6,57 Prozent. Am unteren Ende fanden sich hingegen die Bauwerte wieder.

Die Strabag notierte mit einem Minus von 2,32 Prozent. Der russische Strabag-Aktionär Rasperia Trading Limited, dessen Aktionärsrechte sanktionsbedingt eingefroren sind, hat Anfang Mai in Kaliningrad eine weitere Zivilklage gegen den Baukonzern und sein Umfeld eingebracht. Rasperia fordert laut russischem Gerichtsregister eine Summe von etwa 31 Mio. Euro. Geklagt wurden unter anderem die Strabag SE, vier Töchter oder Beteiligungen des Baukonzerns, die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien und Hans Peter Haselsteiner als Strabag-Aktionäre.

Ebenfalls im roten Bereich befanden sich die Aktien von Palfinger (-1,72 Prozent) und Porr (-1,8 Prozent).

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