Wiener Börse dreht am Nachmittag ins Plus

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Zurückhaltung der Anleger an der Wiener Börse
 © HANS PUNZ, Themenbild, Apa
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Der Wiener Aktienmarkt hat am Montag im Verlauf ins Plus gedreht. Der heimische Leitindex ATX notierte zuletzt bei 6.742,43 Punkten und damit 0,36 Prozent über dem Niveau von Freitag. Der ATX Prime gewann 0,35 Prozent auf 3.307,06 Zähler. Das europäische Umfeld zeigte sich ebenfalls leicht im Plus. Zuvor hatten die unruhigen Entwicklungen an den Rentenmärkten sowie die auf hohem Niveau liegenden Ölpreise die Stimmung der Anleger erheblich getrübt.

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An den Aktienmärkten herrscht aktuell Zurückhaltung. In Österreich stellt der angekündigte Teil-Rückzug von Vizekanzler Andreas Babler nicht nur seine eigene Partei, die SPÖ, vor viele Fragen, sondern auch die Koalitionspartner. Nach der Beratung mit den ÖVP-Länderchefs betonte Kanzler Christian Stocker nochmals, dass parteiinterne Diskussionen nicht die Regierungsarbeit beeinträchtigen dürften. Selbiges ließ NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger wissen.

Unternehmensseitig stand zu Wochenbeginn nichts auf dem Programm. Mit Blick auf neueste Konjunkturindikatoren erlitt die Zuversicht der Finanzmarktexperten allerdings einen erheblichen Dämpfer. Diese schätzen die konjunkturelle Entwicklung des Euroraums im Oktober nämlich wieder negativer ein. Der vom Analysehaus Sentix erhobene Konjunkturindikator sank um 2,4 Punkte auf 2,7 Punkte, wie das Institut mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 4,2 Punkte gerechnet. Es war der erste Rückgang seit April.

Die Bewertung der aktuellen Lage blieb laut Sentix stabil. Deutlich verschlechtert haben sich aber die Erwartungen. "Die Eurozone tut sich schwer, ihre konjunkturelle Schwächephase hinter sich zu lassen", so die Sentix-Experten. Trotz der sprunghaft gestiegenen Inflation im Euroraum sieht sich die Europäische Zentralbank (EZB) beim Zinskurs nicht unter Zugzwang. EZB-Chefvolkswirt Philip Lane betonte, man werde weiterhin mit Augenmaß auf die hartnäckig hohe Inflation reagieren. In der Geldpolitik bleibe man auf einem "mittleren Pfad" und somit bei einer maßvollen Reaktion, um den Preisauftrieb im Zaum zu halten.

Ein deutliches Auf und Ab verzeichneten die Anteilsscheine von Lenzing sowie AT&S. Die Aktien des Faserherstellers Lenzing befanden sich zu Wochenbeginn mit einem Plus von 1,75 Prozent bei 13,98 Euro wieder auf Erholungskurs. Am Freitag waren die Papiere um fast 30 Prozent eingebrochen, was mit 13,74 Euro den tiefsten Stand seit 2003 bedeutet hatte. Zum Wochenausklang hatte Berenberg ihre erst vor wenigen Monaten ausgesprochene Kaufempfehlung für die Lenzing-Titel zurückgenommen. Am Donnerstag hatte der Faserhersteller die Anleger mit dem deutlichen Abschlag beim Bezugspreis der im Sommer angekündigten Kapitalerhöhung auf dem falschen Fuß erwischt.

Am Freitag sind die Werte von AT&S mit einem Plus von 10,4 Prozent noch der mit Abstand größte Gewinner gewesen. Dabei hatten die Aktien von der europaweiten Nachfrage nach Papieren mit KI-Fantasie profitiert. Nunmehr fielen AT&S aufgrund von Gewinnmitnahmen wieder um 1,12 Prozent.

Zu den ATX-Gewinnern zählten die Werte von Uniqa, Erste Group, RBI und OMV mit jeweils einem Plus von knapp über einem Prozent. Am unteren Ende lagen vor allem Industrie- und Bauwerte, was einen europaweiten Trend widerspiegelte. voestalpine gaben um 1,71 Prozent nach. Porr verlor 1,26 Prozent.

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