Verkaufsgespräche über ThyssenKrupp-Stahlsparte ziehen sich

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Stahlsparte von ThyssenKrupp kriselt seit Jahren
 © AFP, INA, FASSBENDER, APA
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Der geplante Verkauf der Stahlsparte des deutschen ThyssenKrupp-Konzerns an den indischen Konkurrenten Jindal Steel kommt nach Gewerkschaftsangaben langsamer voran als erwartet. "Anscheinend dauern die Gespräche zwischen der ThyssenKrupp AG und Jindal länger", erklärte der IG-Metall-Vizechef und stellvertretende ThyssenKrupp-Aufsichtsratsvorsitzende, Jürgen Kerner, am Freitag. Jindal hatte im September 2025 ein unverbindliches Übernahmeangebot vorgelegt.

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Die Stahlsparte von ThyssenKrupp kriselt seit Jahren. Ein Sprecher von Jindal sagte der Zeitung "Rheinische Post", das indische Unternehmen befinde sich unverändert in Gesprächen mit der Thyssenkrupp AG. Jindal sei an einem guten und konstruktiven Verhältnis zu den Arbeitnehmervertretern interessiert und von seinem Vorhaben einer emissionsarmen und wettbewerbsfähigen Stahlproduktion in Deutschland weiterhin überzeugt. Ein Thyssenkrupp-Sprecher sagte Reuters, die Gespräche mit Jindal dauerten an.

"Wir als Arbeitnehmerseite haben Jindal einen Katalog mit sehr konkreten Fragen vorgelegt, um den ganzen Prozess voranzutreiben und zu konkretisieren", erklärte Kerner. Die Beantwortung sei der Arbeitnehmerseite zugesagt worden, dann aber mehrfach verschoben worden. "Es geht also nicht vorwärts, und das ist schlecht." Die Beschäftigten erwarteten rasch Klarheit über die Zukunft der Stahlsparte und der Arbeitsplätze. "Eine Hängepartie über Monate können wir uns jedenfalls nicht leisten", erklärte Kerner.

Das Stahlgeschäft ist der frühere Kern des Ruhrkonzerns. Klar ist bereits, dass in den kommenden Jahren bis zu 11.000 der rund 26.000 Stellen der Sparte gestrichen oder ausgelagert werden. In der Vergangenheit waren Versuche zu einem Verkauf des Stahlgeschäfts, einem Stahl-Joint-Venture oder einem Börsengang gescheitert.

Jindal bemüht sich um die Zustimmung der IG Metall und des Betriebsrats und bekannte sich zum Umbau zu einer grünen Produktion. Die Verhandlungen mit dem indischen Stahlkonzern über eine Übernahme von Thyssenkrupp Steel Europe seien intensiv, hatte Konzernchef Miguel Lopez im Februar gesagt. Im März hatte auch der auf Krisenunternehmen spezialisierte US-Investmentfonds Flacks Group Interesse an einer Übernahme der Stahlsparte bekundet.

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