USA: Iran-Krieg treibt Inflationsrate auf 3,3 Prozent

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Deutlich gestiegene Energiepreise treiben Inflation hoch
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Der Ölpreisschock infolge des Iran-Krieges hat die Inflation in den USA kräftig nach oben getrieben. Die Teuerungsrate stieg im März um 3,3 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Volkswirte hatten damit gerechnet. Die Inflation hatte im Februar noch bei 2,4 Prozent gelegen.

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Der Ende Februar ausgebrochene Nahost-Krieg hat die Rohölpreise auf dem Weltmarkt um mehr als 30 Prozent in die Höhe getrieben. "An den US-Tankstellen stieg der Preis für die Gallone Benzin im landesweiten Durchschnitt im März um knapp 40 Prozent gegenüber Ende Februar", erläutert Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank.

Auch die Kerninflation ohne schwankungsanfällige Preise für Energie und Lebensmittel zog im März in den USA an, jedoch nur moderat auf 2,6 Prozent, nach 2,5 Prozent im Februar. "Die US-Verbraucherpreise zeigen erste Effekte des Iran-Kriegs, weitere werden folgen. Vor allem wegen der stark gestiegenen Spritpreise rennt die Gesamtrate der Kernrate weit voraus", analysiert Ökonom Bastian Hepperle von der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank.

Unternehmen würden einen Teil des höheren Kostendrucks weiterreichen, sodass die Kernrate noch etwas anziehen werde. Damit droht den US-Verbrauchern weiteres Ungemach, auch wenn US-Präsident Donald Trump am Dienstag im Nahostkonflikt eine zweiwöchige Waffenruhe ausgerufen hat. Bedingung ist, dass Iran die für den Öl- und Gastransport wichtige Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormuz wieder öffnet. Doch erweist sich der Waffenstillstand als brüchig.

Die US-Notenbank Federal Reserve beließ den Leitzins Mitte März und damit kurz nach Ausbruch des Iran-Krieges in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Mit Blick auf den künftigen Kurs hält sie sich allerdings alle Optionen offen. Fed-Chef Jerome Powell hatte jüngst eine weiter abwartende geldpolitische Haltung signalisiert. "Die niedrige Kerninflationsrate dürfte die US-Notenbank ermutigen, durch den ölpreisbedingten Anstieg der Inflation hindurchzuschauen, auch wenn der letzte derartige Versuch nach der Pandemie gründlich in die Hose gegangen ist", so die Einschätzung von LBBW-Ökonom Dirk Chlench.

Viele Händler setzten weiterhin darauf, dass die Fed die Leitzinsen bis Ende des Jahres unverändert lässt. Die Veröffentlichung der Verbraucherpreisdaten ließ die Anleger weitgehend kalt. Die europäischen Börsen und die Futures für die wichtigsten US-Indizes verharrten bei ihren Gewinnen. Der Dollar-Index, die US-Bonds und der Bitcoin notierten weiterhin kaum verändert. Nur Gold legte leicht zu, nachdem der Preis zuvor im Minus gelegen hatte.

SARGENTES DE LA LORA - SPANIEN: FOTO: APA/AFP/CESAR MANSO

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