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Der Broker IG taxierte den bekanntesten Wall-Street-Index Dow Jones Industrial rund eine Dreiviertelstunde vor dem Börsenstart 1,3 Prozent höher auf 49.711 Punkte. Zum Rekordhoch im Februar bei 50.513 Punkten würden damit keine zwei Prozent mehr fehlen. Der überwiegend mit Technologieaktien bestückte Auswahlindex Nasdaq-100 dürfte 1,3 Prozent höher starten bei 28.375 Punkten und seinen Rekordlauf entsprechend fortsetzen.
"Die Börsenwelt hofft einmal mehr auf eine Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran", kommentierte Portfolio-Manager Thomas Altmann die Gewinne an den Börsen weltweit. Erneut sei daher das klassische Muster aus einem fallenden Ölpreis, fallenden Zinsen und steigenden Aktienkursen zu beobachten. "Die Börsen haben dieses Friedensszenario in den vergangenen Wochen bereits mehrfach gepreist. Ob sie diesmal damit richtig liegen, wird freilich erst die Zukunft zeigen."
Auslöser der Hoffnungen ist ein Bericht des US-Nachrichtenportals Axios, wonach die Vereinigten Staaten kurz vor einer Einigung mit dem Iran über ein Abkommen zur Beendigung des Krieges stehen sollen. Aktuell allerdings warnte US-Präsident Donald Trump den Iran, die Bedingungen zu akzeptieren, sonst drohe eine erneute Bombardierung. Zudem sagte Trump, dass es zu früh sei, über Verhandlungen mit dem Iran von Angesicht zu Angesicht nachzudenken.
Zudem stehen Arbeitsmarktdaten des privaten Arbeitsmarktdienstleisters ADP im Blick. Der April-Bericht bewegte aber kaum. Die Zahl der Beschäftigten in der Privatwirtschaft der Vereinigten Staaten stieg im Vergleich zum Vormonat.
Für Euphorie an den Börsen sorgen laut Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets indes die Quartalszahlen und der angehobene Ausblick des Nvidia-Konkurrenten AMD. "Selbst die kühnsten Erwartungen wurden geschlagen", lobte Lipkow. Die Aktie sprang vorbörslich um fast 17 Prozent hoch auf rund 415 US-Dollar.
Analysten hoben daher nicht nur ihre Kursziele für AMD deutlich an. Goldman Sachs und Bernstein sprachen nun auch Kaufempfehlungen aus. Das Thema agentische Künstliche Intelligenz (KI) treibe die Nachfrage nach Server-Prozessoren an, schrieb etwa James Schneider von Goldman. Sein Kursziel verdoppelte er nahezu, indem er es von 240 auf 450 Dollar hochschraubte. Auch für das Geschäft mit Grafikprozessoren, die in den KI-Rechenzentren zum Einsatz kommen, sieht Schneider 2027 und darüber hinaus immensen Spielraum.
Im Gefolge zogen auch Aktien der Konkurrenz vorbörslich nach oben: So gewannen Intel etwa 4,0 Prozent und Nvidia sowie Broadcom stiegen um jeweils knapp 2 Prozent. Marvell Technology gewannen knapp 3 Prozent und Arm Holdings sprangen sogar um 10 Prozent hoch. Der britische Chipdesigner legt nachbörslich selbst seinen Quartalsbericht vor.
Für das Papier von Super Micro Computer ging es vor dem Börsenstart um 12,5 Prozent nach oben. Der Serverspezialist überzeugte ebenfalls mit seinem Quartalsbericht. Eine starke Nachfrage nach KI-Servern trieb den Umsatz hoch. Zudem meldete er Margenverbesserungen und überzeugte mit seinem Gewinnausblick.
Uber überzeugte ebenfalls mit seinem Quartalsbericht und gab eine besser als erwartete Buchungsprognose ab. Laut dem Fahrdienstvermittler dürfte eine robuste Nachfrage von US-Pendlern und Reisenden die Auswirkungen der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten im laufenden Jahresviertel ausgleichen. Die Aktie gewann vorbörslich 5,2 Prozent.
Eine verbesserte Profitabilität im Streaming-Geschäft von Walt Disney sowie höhere Ausgaben von Gästen in den Resorts des Freizeitkonzerns und auf dessen Kreuzfahrten sorgten für vorbörsliche Gewinne von 5,5 Prozent.
Kraft Heinz stiegen vor dem Börsenstart um knapp 2 Prozent. Der Ketchup-Hersteller überzeugte ebenfalls ergebnisseitig mit seinem Quartalsbericht.