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Der Dow Jones Industrial stieg in der ersten halben Handelsstunde um 0,77 Prozent auf 49.823,23 Punkte und näherte sich wieder seinem Rekordhoch aus dem Februar bei knapp 50.513 Einheiten an. Der marktbreite S&P-500 gewann 0,33 Prozent auf 7.132,28 Zähler. Für den technologielastigen Nasdaq Composite ging es um 0,31 Prozent auf 24.480,91 Einheiten hinauf. Sowohl der Technologie-Auswahlindex als auch der marktbreite S&P-500 hielten sich so unmittelbar unter ihren Höchstständen vom Freitag.
"Die Börsen preisen weiterhin ein Ende des militärischen Konfliktes und eine schrittweise Normalisierung der Energiemärkte ein", kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners.
Es wird allgemein erwartet, dass der Iran neue Verhandlungen mit den USA in Islamabad eingehen wird. Die Gespräche sollen noch vor dem Auslaufen der derzeitigen Waffenruhe stattfinden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Kreise. Aktuell allerdings warf US-Präsident Donald Trump dem Iran vor, die Waffenruhe mehrfach gebrochen zu haben.
Sollten die Konfliktparteien keine neue Vereinbarung treffen, könnte der Krieg erneut losbrechen, denn dann läuft die Feuerpause aus. Trump hatte eine Verlängerung ohne handfesten Deal als "sehr unwahrscheinlich" bezeichnet. Zugleich machte der iranische Außenminister Abbas Araqchi den USA zwar Vorwürfe, schloss aber eine neue Verhandlungsrunde nicht explizit aus.
Unter den "glorreichen Sieben" standen Apple und Amazon besonders im Blick. Apple gaben um 0,7 Prozent nach. Der iPhone-Hersteller hatte am Vorabend bekannt gegeben, dass Hardware-Chef John Ternus am 1. September den seit nunmehr 15 Jahren als Vorstandschef agierenden Tim Cook ablösen wird. Cook wird Vorsitzender des Verwaltungsrates. Analysten sahen dies positiv. So werde mit dem Wechsel die Kernstrategie und -vision des Unternehmens wohl beibehalten, doch das Potenzial für langfristige Veränderungen steige, schrieb etwa Morgan-Stanley-Analyst Eric Woodring.
Amazon gewannen 1,5 Prozent. Mit einer weiteren Milliarden-Investition vertieft der Tech-Konzern und Online-Händler seine Allianz mit dem OpenAI-Rivalen Anthropic. In einem ersten Schritt wird Amazon 5 Milliarden Dollar (4,2 Mrd. Euro) in den Entwickler des KI-Chatbots Claude stecken, in weiteren Schritten könnten es bis zu 20 Milliarden Dollar mehr werden.
Im Dow zogen zudem mit Quartalszahlen UnitedHealth und 3M Aufmerksamkeit auf sich. Der größte US-Krankenversicherer ist inmitten seines krisenbedingten Schrumpfkurses überraschend stark in das neue Jahr gestartet. Zudem wurde das Management auch für das Gesamtjahr optimistischer. Die Aktie sprang um 9,3 Prozent hoch. Das Papier von 3M stieg nach vorgelegten Quartalszahlen um 3,5 Prozent, obwohl der Hersteller von Post-it-Haftnotizen, Schutzausrüstung und Autopflegeprodukten mit seinem bereinigten Wachstum aus eigener Kraft die Markterwartungen verfehlte.
Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern RTX hob zur Zahlenvorlage seine Jahresziele für Umsatz und Gewinn an, was der Aktie zu einem kleinen Plus von 0,3 Prozent verhalf. Um 1,8 Prozent fielen hingegen die Aktie von GE Aerospace, obwohl auch der Hersteller von Flugzeugtriebwerken etwas optimistischer für das Gesamtjahr wurde. Er sieht das Jahresergebnis je Aktie nun am oberen Ende seiner Prognosespanne.
Qiagen-Konkurrent Danaher hob sein Ergebnisziel für 2026 an, wobei die Aktien trotzdem 0,8 Prozent einbüßten. Das Analysehaus Jefferies lobte vor allem die überraschend starken Margen im ersten Quartal sowie das Ergebnis je Aktie, bemängelte allerdings die verfehlten Umsatzerwartungen.