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Die Befürchtungen der Anleger mit Blick auf die Handelspolitik Washingtons rückten weiter in den Hintergrund, auch wenn Präsident Donald Trump nun die Zölle für den Import südkoreanischer Produkte erhöhen will. Für etwas Erleichterung sorgt vielmehr die in Summe weiterhin recht gut verlaufende Berichtssaison der Unternehmen.
Ins Minus gedrückt wurde der Dow Jones vor allem vom Kurseinbruch bei UnitedHealth. Die Aktien des Krankenversicherers büßten nach einem schlecht aufgenommenen Geschäftsausblick knapp 20 Prozent ein. Auch andere Aktien aus der Branche gaben stark nach.
UnitedHealth rechnet nach einer herben Krise mit dem ersten Umsatzrückgang seit mehr als 30 Jahren. Für das laufende Jahr erwartet das UnitedHealth-Management konzernweit einen Umsatz von mehr als 439 Mrd. US-Dollar (370 Mrd Euro). Das wären zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Das Unternehmen soll künftig weniger Kunden bedienen und weniger einnehmen, aber trotzdem mehr Gewinn erwirtschaften. Dazu soll die Zahl der Versicherten ebenso schrumpfen wie die Präsenz der Dienstleistungstochter Optum in den USA.
Positiv stachen unter den Einzelwerten UPS hervor. Nach einem Umsatzrückgang im Vorjahr will der Logistik-Konzern im laufenden Jahr wieder zulegen. Der Ausblick überraschte positiv. UPS-Aktien stiegen im Frühhandel um 2,7 Prozent.
Papiere von General Motors reagierten positiv auf die Ankündigung eines Aktienrückkaufs und legten 6,2 Prozent zu. Die Anleger überzeugte zudem die vorgelegte Gewinnprognose des Unternehmens.
Mit Spannung erwartet wird an den Märkten jetzt die bevorstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed. Der Leitzins dürfte sich dabei aus Sicht von Experten nicht ändern. "Eine weitere Zinssenkung wird es voraussichtlich erst unter einem neuen Fed-Chef geben, nachdem die vierjährige Amtszeit des amtierenden Fed-Vorsitzenden Jerome Powell im Mai endet", erwartet Volkswirt Felix Schmidt von der Berenberg Bank.
NEW YORK - USA: FOTO: APA/APA/AFP/ANGELA WEISS