US-Börsen mit Verlusten vor dem Wochenende

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
4 min
Wahl von US-Präsident Trump für den künftigen Notenbankchef belastet
 © APA/APA/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/SPENCER PLATT
©APA/APA/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/SPENCER PLATT
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
Die Wahl von US-Präsident Donald Trump für den künftigen Notenbankchef belastete am Freitag die New Yorker Börsen. Weil der vorgeschlagene Nachfolger Kevin Warsh nicht als Verfechter der bisher erwarteten Lockerungen gilt, fuhren Anleger ihre Erwartungen an künftige Zinssenkungen zurück. Eigentlich starke Quartalszahlen von Apple gingen auch unter, weil der iPhone-Hersteller nach einem Rekordquartal mit Chip-Engpässen kämpft.

von

Der Leitindex Dow Jones Industrial verlor zum Sitzungsende 0,36 Prozent auf 48.892,47 Punkte. In der Wochenbilanz notiert er damit ähnlich deutlich ins Minus, während sein Jänner-Plus auf 1,7 Prozent schrumpfte. Der marktbreite S&P 500 sank am Freitag um 0,43 Prozent auf 6.939,03 Zähler, während der Nasdaq Composite 0,94 Prozent auf 23.461,82 Punkte verlor. Seine Wochenbilanz war damit leicht negativ. Für den Jänner weist der Tech-Index noch einen Anstieg um fast ein Prozent auf.

Ob Warsh tatsächlich den Wünschen von Trump nach niedrigeren Zinsen folge, bleibe abzuwarten, meint Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der Liechtensteiner VP Bank. Warsh verstehe aber, dass die Fed und deren guter Ruf essenziell für das Wohlergehen der Vereinigten Staaten sei. Es gehe dabei auch um die Stabilität des US-Finanzsystems. "Die schlimmsten Befürchtungen, dass die Fed ihren guten Ruf als verlässliche Notenbank verliert, dürften sich nicht bewahrheiten."

Neben der Geldpolitik blieb vor dem Wochenende die Berichtssaison der Unternehmen im Fokus. Bei Apple reichte ein überraschend starkes iPhone-Rekordquartal erst im Späthandel für eine positive Kursreaktion. Die Aktie gewann zum Sitzungsende 0,5 Prozent. Der Technologieriese machte klar, dass das gute Quartal auf Kosten der Lagerbestände ging, was nun als Problem dargestellt wird. Tim Long vom Analysehaus Barclays setzte hinter die Nachhaltigkeit des Aufschwungs ein Fragezeichen.

Gute Nachrichten gab es im Telekomsektor, angeführt vom Mobilfunker Verizon. Dieser hatte im vierten Quartal deutlich mehr neue Mobilfunkkunden gewonnen als erwartet. Die Titel zogen um fast zwölf Prozent hoch. Im Sog legten die Aktien von T-Mobile US um dünne 0,5 Prozent zu. Auch Charter Communications hatte Positives zu berichten, die Aktien legten um 7,6 Prozent zu.

Weniger positiv war das Bild im Kreditkartensektor, der am Vortag noch von Mastercard gestützt worden war. Visa und American Express rutschten im Dow mit Abschlägen von bis zu drei Prozent an den unteren Indexrand. Die Resultate der beiden Unternehmen waren durchwachsen. Die Aktien blieben aber auch belastet davon, dass die Branche derzeit unter Beschuss von US-Präsident Donald Trump steht.

Durchwachsen war auch das Feedback der Anleger auf die Zahlen zweier großer Ölkonzerne: Während Chevron um Dow mit 3,4 Prozent der zweitgrößte Gewinner nach Verizon waren, legten die Titel von Exxonmobil im S&P 500 magere 0,6 Prozent.

Im Tech-Sektor litt der Halbleiterzulieferer KLA Corp nach der jüngsten Rekordjagd mit minus 15 Prozent unter Gewinnmitnahmen. Das Gegenteil war bei Sandisk mit einem Kurssprung um fast sieben Prozent der Fall, wobei hier Zahlen und Ausblick gut ankamen. Bei Speicherchips komme mit der extremen Knappheit ein "beispielloser Preisanstieg" einher, schrieb RBC-Experte Srini Pajjuri.

Begehrt waren ansonsten noch die Aktien des Konsumgüterkonzerns Colgate-Palmolive, die nach überraschend gute Zahlen um gut sechs Prozent zulegten.

NEW YORK - USA: FOTO: APA/APA/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/SPENCER PLATT

Über die Autoren

Logo