US-Börsen mit deutlichen Abschlägen ins Wochenende

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Fehlende Deeskalation im Iran-Krieg und hohe Ölpreise belasten
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Angesichts einer fehlenden Deeskalation im Iran-Krieg und anhaltend hoher Ölpreise ging es am Freitag an den US-Börsen weiter bergab. Weitere Angriffe des Irans auf Öl- und Gasinfrastrukturen der Golfstaaten führten dazu, dass Anleger vor dem Wochenende das Risiko mieden. Verstärkt wurde die Anspannung von einem Bericht im "Wall Street Journal" über die US-Entsendung weiterer Kriegsschiffe und Truppen.

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Der Dow Jones Industrial schloss 0,96 Prozent tiefer bei 45.577,47 Punkten. Im Verlauf hatte der US-Leitindex sein niedrigstes Niveau seit September erreicht. In der abgelaufenen Woche musste er einen Wochenabschlag von 2,1 Prozent hinnehmen. Zudem verbuchte der Dow die vierte verlustbringende Woche in Folge. Seit dem Rekordhoch aus dem Februar hat er fast zehn Prozent eingebüßt.

Andere US-Indizes fielen am Freitag noch deutlicher: Der S&P 500 um 1,51 Prozent auf 6.506,48 Punkte und der technologielastige Nasdaq Composite gar um 2,01 Prozent auf 21.647,61 Punkte. Das charttechnische Bild gilt damit als eingetrübt, denn die drei großen US-Indizes notieren inzwischen allesamt unterhalb ihrer 200-Tage-Durchschnittslinien.

"Da der Konflikt bisher innerhalb des von der US-Regierung angegebenen Zeitrahmens von 4 bis 6 Wochen bleibt, befinden wir uns möglicherweise noch in der Eskalationsphase", warnte der Barclays-Stratege Emmanuel Cau vor der Gefahr weiterer Verluste. Eine Deeskalation sei zwar nicht absehbar, wegen der wachsenden wirtschaftlichen, finanziellen und politischen Kosten des Krieges aber der wohl logischste nächste Schritt.

Neben den erneut gefragten Ölwerten waren am Freitag die Aktien von Fedex eine positive Ausnahme. Sie stiegen um 0,9 Prozent. Der Logistikkonzern präsentierte einen starken Quartalsbericht und hob trotz der kriegs- und zollbedingten Unsicherheiten sein Gewinnziel für das laufende Geschäftsjahr an. Den Grund dazu lieferten Fortschritte beim Netzwerk-Umbau sowie beim Sparprogramm.

Im Technologiesektor fielen ARM Holdings mit einem Anstieg um zwei Prozent positiv auf. Als Treiber fungierte hier eine Kaufempfehlung der britischen Bank HSBC. Analyst Frank Lee begründete dies mit der Erwartung, dass der Chipentwickler in das Geschäft mit Prozessoren für KI-Server einsteigen wird, was die Geschäfte antreiben und zu einer Neubewertung der Aktien führen sollte.

Einen heftigen Kursrutsch um 33 Prozent machten dagegen die Aktionäre von Super Micro durch. Die USA haben einen Mitgründer des Rechenzentren-Ausstatters angeklagt wegen des Verdachts, dass illegal Server mit Nvidia-Chips nach China geliefert wurden - und dies im Milliardenwert. Mehreren Mitarbeitern wird vorgeworfen, dass die KI-Technologie über ein Unternehmen in Südostasien transferiert wurde.

Um 13 Prozent hoch sprangen die Aktien des Solartechnik-Herstellers Solaredge, der vom Analysehaus Jefferies hochgestuft wurde. Julien Dumoulin-Smith verwies auf die Perspektiven in Europa angesichts der Energiepreise, die dort auf den Nahostkonflikt reagieren. Seiner Einschätzung nach spiegelt dies die Entwicklung während der frühen Russland-Ukraine-Krise wider, die Einnahmen von Solaredge in Europa auf einen Höchststand getrieben habe.

Einen Kursrutsch um zehn Prozent gab es aber umgekehrt bei Mosaic wegen einer Analystenabstufung. Die Bank of America hatte für den Düngemittelkonzern ihre bisherige Kaufempfehlung aufgegeben in der Erwartung, dass eine Margenausweitung bei Phosphatdüngemitteln in Zeiten des Iran-Konflikts voraussichtlich um ein Jahr verzögert werde.

NEW YORK - USA: FOTO: APA/APA/AFP/ANGELA WEISS

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