US-Arbeitsmarkt schlägt sich besser als erwartet

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Arbeitslosenquote verharrt bei 4,3 Prozent
 © AFP, FREDERIC J. BROWN, Apa
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Am US-Arbeitsmarkt sind im April trotz erhöhter Unsicherheit durch den Iran-Krieg fast doppelt so viele neue Jobs entstanden wie erwartet. Unter dem Strich wurden 115.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen, wie aus dem am Freitag vorgelegten Bericht der Regierung hervorgeht. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur einen Anstieg um 62.000 erwartet. Allerdings: Im März waren sogar 185.000 Jobs hinzugekommen.

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Die Arbeitslosenquote verharrte bei 4,3 Prozent. "Noch zeigt sich die US-Wirtschaft unbeeindruckt von den hohen Energiepreisen, die der Krieg der USA und Israels gegen den Iran zur Folge hat", sagte der Ökonom der Landesbank Helaba, Ralf Umlauf. Neue Jobs entstanden vor allem bei den Dienstleistern, etwa im Pflegebereich oder im Handel, während Industrie und Staat mit weniger Mitarbeitern auskamen. "Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ersetzt hingegen in anderen Dienstleistungsbereichen den Menschen, was sich in einem Jobabbau niederschlägt", sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. So sei die Beschäftigung in der Informationstechnologie seit dem Höchststand im November 2022 um 342.000 oder elf Prozent gefallen. "Dies zeigt, wie einschneidend die Künstliche Intelligenz auf dem Arbeitsmarkt bereits ist", sagte Gitzel.

Ökonomen zufolge dürfte der seit 28. Februar währende Krieg der USA und von Israel gegen den Iran viele Unternehmen verunsichern, was bisher aber noch nicht groß auf den Arbeitsmarkt ausgestrahlt hat. "Die US-Wirtschaft profitiert weiterhin von den sehr günstigen Finanzierungsbedingungen, dem Impuls seitens der Finanzpolitik und der Tatsache, dass die USA Nettoenergieexporteur sind", sagte Commerzbank-Ökonom Christoph Balz. Gleichzeitig seien die Unternehmensgewinne im ersten Quartal kräftig gestiegen. Das ziehe normalerweise kräftige Investitionen und Neueinstellungen von Mitarbeitern nach sich. "Damit sollte die US-Wirtschaft vergleichsweise gut durch die globale Energiekrise kommen", betonte Balz.

Die US-Notenbank Federal Reserve, die Vollbeschäftigung fördern und Preisstabilität sichern soll, hat den Leitzins zuletzt in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent konstant gehalten. Angesichts der Folgen des Iran-Kriegs auf die Wirtschaft und insbesondere auf die Energiepreise gilt eine baldige Zinssenkung als sehr unwahrscheinlich. Der scheidende Notenbankchef Jerome Powell signalisierte trotz des Nahostkonflikts jüngst eine abwartende Haltung in der Geldpolitik. "Der designierte Fed-Chef Kevin Warsh wird für Zinssenkungen - mit denen er liebäugelt - keine Mehrheit im Offenmarktausschuss der Notenbank finden", erwartet Ökonom Gitzel.

LOS ANGELES - USA: FOTO: APA/APA/AFP/FREDERIC J. BROWN

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