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Zur aktuellen Situation in der Partei wollten sie bei ihrem Eintreffen im Wiener Gartenbau-Kino keine Stellungnahme abgeben: "Ich freue mich auf den Kreisky-Film", tat Babler kund. "Wunderbar" werde der Abend werden, mutmaßte Zeiler, denn: "Heute geht es nur darum, den Film anzusehen." Der Medienmanager hatte den Streifen von Regisseur Harald Sicheritz zu einem kleinen Teil mitfinanziert.
Ansonsten war mehr Schauspielprominenz wie Adele Neuhauser, Thomas Stipsits, Jürgen Maurer und Maria Köstlinger vor Ort als Spitzen der Sozialdemokratie. Immerhin traf Babler symbolträchtig mit Finanzminister Markus Marterbauer an seiner Seite ein. Auch Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) ließ sich die Premiere nicht entgehen, ebenso GPA-Chefin Barbara Teiber. Nicht erschienen war entgegen der Ankündigung der Veranstalter Altkanzler Christian Kern. Aus privaten Gründen schaute auch Grünen-Vize Alma Zadic vorbei.
Unter dem Tag hatte sich an der in weiten Teilen der SPÖ verbreiteten Ratlosigkeit wenig geändert. Zumindest einige Länder äußerten den Wunsch nach rascher Klarheit.
Die größte Unterstützung dürfte Zeiler neben jener von unterschiedlichsten Altpolitikern noch im Süden haben. Dort hatte man schon am Montag ein Treffen der Landesorganisationen angeregt, um ein möglichst zügiges Prozedere zur Klärung der Führungsfrage zu verankern. Am Dienstag legte Klubchef Lucas Burgstaller noch mit freundlichen Worten in Richtung Zeiler nach: Diesen sehe er als "international erfolgreichen Manager" und als "Person, die ich als gut und durchaus geeignet befinde, auch in der Politik Entscheidungen zu treffen".
Abgestimmt agieren dürfte man mit der steirischen SPÖ, deren Vorsitzender Max Lercher am Dienstag meinte, entscheidend sei nun, dass auf Bundesebene rasch Einigkeit über ein klares, professionelles Prozedere hergestellt werde, wie mit der Bewerbung Zeilers umgegangen werde. Es geht laut Lercher nicht um Befindlichkeiten in der Partei, sondern "um unsere Verantwortung für die Menschen im Land." Am Mittwoch will man in der Landespartei nach einem Vorstand mit einer Position an die Öffentlichkeit treten.
Beide Länderorganisationen gehören zu jenen, die rund um den Jahreswechsel vergeblich versucht hatten, Altkanzler Kern zu einer Kandidatur gegen Babler zu bewegen. In diesem Kreis dabei war auch die niederösterreichische Landesorganisation. Die ist nun wortkarg: Man wolle sich vorerst intern abstimmen, wurde auf APA-Anfrage mitgeteilt. Der Salzburger SPÖ-Landesparteichef Peter Eder sagte am Dienstag zur APA, falls es eine Einladung zu einem Treffen der Landesparteichefs gibt, "fahre ich hin". Er finde es vernünftig, persönlich über Probleme und Lösungen zu sprechen, und Positionen nicht über Medien auszurichten.
Der Westen ist in der SPÖ parteiintern nicht unbedingt stark verankert, doch wählt Tirol kommendes Jahr. Dementsprechend hätte auch der dortige Landesvorsitzende Philip Wohlgemuth die Debatte gerne rasch vom Tisch. Er plädiert entweder für einen außerordentlichen Bundesparteitag oder eine Mitgliederbefragung, bei der sich sowohl Zeiler als auch Parteichef Babler dem Votum der Parteibasis stellen. Die Nase voll hat man in Vorarlberg. Landesparteichef Mario Leiter sagte am Dienstag: "Es liegt auf der Hand, dass eine offen ausgetragene Personaldebatte die Durchsetzungskraft der SPÖ in der Bundesregierung eher hemmt als bestärkt."
Auch aus Oberösterreich kommen keine revolutionären Töne. Der Landesparteivorsitzende Martin Winkler ist gegen eine Entscheidung der Führungsfrage unter Zeitdruck. Man müsse sich die nötige Zeit nehmen und "mit ruhiger Hand" agieren.
Schwierig sind Umstürze in der Partei, wenn man nicht Wien und die Gewerkschaft hinter sich hat. Beide zeigen sich seit Tagen schweigsam. Die FSG-Spitzen trafen sich am Montag, die Begeisterung für einen Parteivorsitzenden Zeiler ist dort enden wollend. In Wien, wo Babler in linken Sektionen weiter seine Fans hat, ist die Stimmungslage vielfältig, was wohl auch ein Grund ist, dass sich Bürgermeister Michael Ludwig aktuell raushält. Für einen Wechsel soll die Dritte Nationalratspräsidentin Doris Bures lobbyieren, deren Verhältnis zu Babler seit jeher zerrüttet ist. Das Burgenland will bei der Personaldebatte nicht mitmachen, findet man doch beide Alternativen nicht gerade reizvoll. Keine großen Worte gibt es auch von der Frauenorganisation, in der ebenfalls kein Zeiler-Hype bemerkbar ist.
Zeiler selbst, der die nächsten Wochen großteils im Ausland verbringen dürfte, gibt indes Interview um Interview und betont dabei, im Gegensatz zu Babler kein Marxist zu sein und die Wirtschaftspolitik in den Vordergrund rücken. Klar gegen die bisherige Parteilinie stellt er sich beim Thema Pensionen. In einem "Pro und Contra"-Interview von PULS 4, das am späten Dienstagabend ausgestrahlt wird, sprach er sich für eine Mindestanzahl von Versicherungsjahren als Voraussetzung für einen abschlagsfreien Pensionsantritt aus. Zeiler nannte 45 Jahre als Mindestversicherungszeit, die im Falle einer weitere Steigerung der Lebenserwartung erhöht werden könnte. Zudem plädierte er dafür zur Finanzierung der Pensionen vermehrt auf den Kapitalmarkt zu setzen wie Schweden und Dänemark. Ein ähnliches Modell hatte die ÖVP zuletzt gefordert.