Swiss-Re-Chef will mit KI die Produktivität steigern

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Swiss Re setzt auf die umstrittene US-Software Palantir
 © AFP, FABRICE COFFRINI, Apa
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Der Rückversicherer Swiss Re treibt die Digitalisierung und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) voran. CEO Andreas Berger sieht darin einen entscheidenden Hebel für Produktivitätssteigerungen und eine bessere Risikobewertung, wie er im Interview mit der "NZZ am Sonntag" erklärte. "Wir sehen Produktivitätsverbesserungen wie seit Jahrzehnten nicht mehr", sagte Berger. Die Steigerung betrage "bis zu 80 Prozent".

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Mit KI-Agenten habe Swiss Re etwa im Bereich Bauleistungsversicherungen die Bearbeitungszeit von drei Wochen auf teilweise einen Tag verkürzt, so Berger. Der Einsatz von KI habe aber nicht einen Personalabbau zum Ziel, betonte der Swiss-Re-Chef. "Die frei gewordene Zeit können unsere Mitarbeitenden für ihre eigentliche Arbeit nutzen: mehr Schadensfälle bearbeiten, neue Geschäfte abschließen und Kunden helfen, ihre eigene Resilienz zu steigern."

Bei der Datenintegration und -analyse setzt Swiss Re auf die umstrittene US-Software Palantir. Die Zusammenarbeit unterliege aber strengen Governance-Regeln und die Daten würden auf europäischen Servern gespeichert. "Palantir liefert uns Fähigkeiten, die wir sonst am Markt nicht finden." Die Software helfe vor allem bei der Organisation und Integration großer Datenmengen, während die eigentliche Analyse mit Large Language Models erfolge, so Berger. Risiken durch KI sieht er vor allem bei unzureichender Datenqualität und fehlender Kontrolle.

"Wenn Technologie versagt, kann der Schaden enorm sein", sagte Berger. Deshalb habe Swiss Re klare Verantwortlichkeiten und messe die Datenqualität kontinuierlich.

Auch auf der Schadenseite steigen bei den Versicherungskunden die Risiken, was den technologischen Wandel betrifft. Das bekommt auch Swiss Re zu spüren. "Wir haben durchaus schon Schäden gesehen, die mit Technologie zusammenhängen. KI ist ja nicht das einzige Risiko, das von neuen Technologien ausgeht. Auch Software oder Algorithmen können Schäden verursachen, wenn sie nicht das tun, was sie sollen", so Berger.

Die Firmen seien auf die neuen Herausforderungen nur teilweise vorbereitet. Ein zentrales Thema sei dabei die Integrität und Qualität von Daten beim Einsatz von KI. "Ohne verlässliche Daten kreiert KI vor allem zusätzliche Komplexität, mehr Kosten und Frustration. Die Realität ist aber, dass viele Unternehmen historisch gewachsene, fragmentierte IT-Landschaften haben. Das zu beheben, kostet viel Geld und vor allem Zeit."

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