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"Die Unternehmen planen zwar etwas seltener, Stellen zu streichen", sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. "Es ist aber noch zu früh, um von einer echten Trendwende zu sprechen." Die aktuelle geopolitische Lage bleibe ein Unsicherheitsfaktor. "Sollten sich die Rahmenbedingungen weiter eintrüben, könnte das auch den Arbeitsmarkt wieder stärker belasten", warnte Wohlrabe.
Besonders in der exportabhängigen Industrie bleibt der Personalabbau weiter ein zentrales Thema: Nahezu alle Branchen planen, Stellen zu streichen - wenn auch etwas weniger ausgeprägt als zuletzt. "Der strukturelle Anpassungsprozess in der Industrie hält an", sagte Wohlrabe.
Bei den Dienstleistern hat sich das Barometer etwas erholt. Die Pläne zu Kündigungen und Einstellungen halten sich hier in etwa die Waage. Auch im Baugewerbe planen die Unternehmen, ihre Mitarbeiterzahl weitgehend konstant zu halten. Der Handel will dagegen wieder mehr Personal abbauen.
Der Krieg im Nahen Osten dürfte die privaten Haushalte und die Unternehmen nach Einschätzung der deutschen Bundesbank zusätzlich belasten, insbesondere über höhere Energiepreise. "Dies könnte sich noch im ersten Quartal bemerkbar machen und trübt den Ausblick für das zweite Quartal", heißt es im aktuellen Monatsbericht der deutschen Notenbank. Sollte sich der Konflikt noch in das zweite Quartal hineinziehen, dürften die hohe Unsicherheit und eine schwächere Weltwirtschaft für zusätzlichen Gegenwind sorgen. Auch für die Aussichten ab der zweiten Jahreshälfte werde es entscheidend sein, wie lange der Konflikt anhalte und in welchem Umfang das globale Energieangebot beeinträchtigt werde.