Sloweniens Notenbankchef: EZB auf Weg zu strafferem Kurs

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Hohe Inflation
 © DPA, Arne Dedert, Apa
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Der slowenische Notenbankchef Primoz Dolenc sieht gute Argumente für einen strafferen geldpolitischen Kurs. Die hohe Inflation sowie die Konflikte im Nahen Osten, in der Ukraine und anderswo sprächen für höhere Leitzinsen, sagte er in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters. "Wann und in welchem Ausmaß dies geschehen wird, werden wir jedoch von Sitzung zu Sitzung auf der Grundlage der eingehenden Daten entscheiden", fügte er hinzu.

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Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins im September auf 2,50 Prozent angehoben. Laut Dolenc ist unklar, ob dieses Zinsniveau die Wirtschaft im Euroraum tendenziell bremst: "Ich würde mich enthalten, zu beurteilen, ob die Geldpolitik derzeit restriktiv ist. Die Antwort darauf ist nicht eindeutig", sagte das EZB-Ratsmitglied.

Dolenc verwies darauf, dass die von den gestiegenen Energiepreisen angeheizte Inflation mit 3,8 Prozent zuletzt unerwartet hoch ausgefallen sei: "Auch wenn der Gesamtwert erhöht ist, gibt die stabilere Entwicklung der Kerninflation Anlass zu der Einschätzung, dass der allgemeine Inflationsdruck weiterhin begrenzt bleibt." Die Zentralbank achtet besonders auf die sogenannte Kernrate, bei der die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel ausgeklammert werden. Diese Rate stieg im September nur leicht auf 2,5 Prozent, nach 2,4 Prozent im Vormonat.

Die EZB will vermeiden, dass der Ölpreisschock das Preisgefüge nachhaltig verändert. Denn die vom Iran-Krieg angeheizten hohen Energiekosten für Verbraucher und Unternehmen bergen die Gefahr, dass sich im Zuge sogenannter Zweitrundeneffekte Löhne und Preise gegenseitig hochschaukeln. "Was die Zweitrundeneffekte der hohen Energiepreisinflation auf die Löhne betrifft, so haben wir diese bislang nicht beobachtet", sagte Dolenc und fügte hinzu: "Dies ist ein wichtiger Faktor bei unseren Entscheidungen, da Zweitrundeneffekte zu einer hartnäckigeren Inflation führen." An den Finanzmärkten wird damit gerechnet, dass die Notenbank auf ihrer Sitzung Ende des Monats stillhält und im Dezember die Zinsen weiter anheben wird. Es wäre der dritte Schritt nach oben in diesem Jahr.

ARCHIV - 26.07.2023, Hessen, Frankfurt/Main: Eine Stele mit der Aufschrift «European Central Bank - Eurosystem» steht vor der Europäischen Zentralbank (EZB) im Osten der Bankenstadt. Mit der Einführung einer gemeinsamen Währung hoben die EU-Staaten ihr Zusammenwachsen vor einem Vierteljahrhundert in eine neue Dimension. (zu dpa «Euro und Währungsunion: Bis heute kritisiertes Erfolgsmodell») Foto: Arne Dedert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++.

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