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Derzeit erwirtschafte Evotec keinen ausschüttungsfähigen Bilanzgewinn, hieß es. Zudem sollen potenzielle zukünftige Gewinne in Wachstum fließen. Die Hanseaten hatten bereits Mitte März Eckdaten veröffentlicht sowie Ziele für das laufende Jahr und darüber hinaus ausgegeben. Diese bestätigte die Führungsspitze nun.
An der Börse kam auch die schon am Vortag vermeldete Aussicht des Unternehmens auf zusätzliche Erlöse durch die Übernahme des Münchener Krebsforschungsunternehmens Tubulis durch den US-Pharmariesen Gilead gut an. Zuletzt gewann das Papier rund 8,9 Prozent auf 4,87 Euro. Allerdings hat der Anteilsschein seit dem Jahreswechsel fast 10 Prozent verloren, seit drei Jahren summieren sich die Kursverluste auf gut drei Viertel.
Das Unternehmen erwartet bei Abschluss der Transaktion Voraberlöse von etwa 100 Mio. US-Dollar (86,5 Mio. Euro), wie Evotec am Dienstag mitgeteilt hatte. Dies entspricht laut Analyst Charles Weston von der kanadischen Bank RBC etwa 11 Prozent des Börsenwertes von Evotec. Das aber habe sich am Vortag im Aktienkurs nicht widergespiegelt.
Zudem rechnen die Hanseaten mit zusätzlich bedingten Zahlungen von bis zu 58 Mio. Dollar, sofern bestimmte Meilensteine erreicht werden. Evotec ist im Mai 2022 als Investor bei Tubulis eingestiegen und hält 3,14 Prozent an der Münchener Biotechfirma.
Evotec hatten bereits Mitte März Eckdaten veröffentlicht sowie Ziele für das laufende Jahr und darüber hinaus ausgegeben. Diese bestätigte die Führungsspitze nun. 2025 war der Umsatz des Gesamtkonzerns wie bereits bekannt leicht auf gut 788 Mio. Euro zurückgegangen, das bereinigte operative Ergebnis stieg hingegen auf 41 Mio. Euro - nach 22,6 Mio. ein Jahr zuvor.
Für 2026 rechnet Evotec mit einem "Übergangsjahr". Angepeilt wird ein Umsatz von 700 bis 780 Mio. Euro, zugleich soll das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen bei null bis 40 Mio. Euro herauskommen.
Mittelfristig soll der Konzernumsatz bis 2030 auf mehr als eine Milliarde Euro steigen. Die bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA-Marge) soll 2028 dann 20 Prozent erreichen und 2030 darüber liegen. Dazu beitragen soll auch der Konzernumbau mit weiteren Kostensenkungen. So soll etwa innerhalb der nächsten zwei Jahre die Zahl der Standorte nochmals schrumpfen und bis zu 800 weitere Stellen wegfallen.