
von
Der für preisgünstige Kleidung und rasch wechselnde Kollektionen bekannte Online-Modehändler kämpft mit wachsendem Widerstand verschiedener Behörden: Shein und andere Anbieter wie Temu hatten mit einem Direktversand aus der Fabrik zum Endkunden die Zollbestimmungen der Europäischen Union (EU) und der USA umgangen. Die dortigen Behörden reagierten mit einem Mindestzoll beziehungsweise mit einer Aufhebung der Zollfreiheit für Waren unter einem Schwellenwert. In den vergangenen drei Monaten lagen die Europa-Umsätze daher mit 3,77 Mrd. Dollar 14 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Für den weiteren Jahresverlauf warnte der inzwischen in Singapur ansässige Konzern vor anhaltendem Gegenwind durch Zollbestimmungen und schwankende Frachtkosten. Diese Belastungen würden durch Einsparungen abgefedert. Gleichzeitig erhoffe sich der Konzern vom bevorstehenden Weihnachtsgeschäft einen Wachstumsschub.
Shein produziert seine Kleidung in China und vertreibt sie außerhalb der Volksrepublik. Das Unternehmen bringt täglich mehrere Tausend neue Kleidungsstücke seiner zehn Marken auf den Markt, die ausschließlich über die eigene Website verkauft werden. Es hat zudem ein System entwickelt, um die Produktion rasch an die Nachfrage anzupassen. Dadurch liegt der Anteil unverkaufter Ware nach eigenen Angaben durchgängig im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
PARIS - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/JULIE SEBADELHA