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Beide Milizen werden von der EU als Terrororganisationen eingestuft. Zudem verurteilte das Gericht acht ehemalige Mitarbeiter und Führungskräfte wegen der Finanzierung von Terrorismus.
Die Vorsitzende Richterin Isabelle Prevost-Desprez sagte, die Zahlungen von Lafarge hätten dazu beigetragen, Dschihadistengruppen zu stärken, die in Syrien und darüber hinaus tödliche Anschläge verübten. Für das Gericht stehe fest, dass die Finanzierung einer Terrororganisation nur dem Zweck diente, ein syrisches Lafarge-Werk aus wirtschaftlichen Gründen in Betrieb zu halten. "Zahlungen an terroristische Gruppierungen ermöglichten es Lafarge, den Betrieb aufrechtzuerhalten", sagte Prevost-Desprez. "Diese Zahlungen kamen einer regelrechten Geschäftspartnerschaft mit dem Islamischen Staat gleich", fügte sie hinzu. Von Lafarge oder Holcim lag zunächst keine Stellungnahme vor.
In dem Verfahren stand erstmals in Frankreich ein Unternehmen wegen Terrorismusfinanzierung vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Geldstrafe von 1,13 Millionen Euro sowie die Beschlagnahmung von Vermögenswerten in Höhe von 30 Millionen Euro gefordert – die Höchststrafe für ein Unternehmen. Das Gericht hat das Strafmaß für den Konzern noch nicht verkündet.
Der seit November andauernde Gerichtsprozess gegen das Unternehmen bezieht sich auf das Zementwerk Dschalabija, das Lafarge 2008 für 680 Millionen Dollar (580 Mio. Euro) gekauft hatte. Ziel sei es gewesen, das Zementwerk in Nordsyrien während des Bürgerkriegs weiterzubetreiben. In einem weiteren Verfahren in den USA in 2022 zahlte Lafarge im Rahmen einer Einigung bereits eine Strafe von 778 Millionen Dollar, nachdem das Unternehmen zugegeben hatte, dass seine syrische Tochtergesellschaft rund sechs Millionen Dollar an den IS und die Nusra-Front gezahlt hatte, um Mitarbeitern und Lieferanten die Durchfahrt an Kontrollpunkten zu ermöglichen.
PARIS - FRANKREICH: FOTO: APA/AFP/FRANCK FIFE