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Der Konzern habe sich zu stark auf schnelle Modezyklen verlassen. Um die Profitabilität zu steigern, plant das Unternehmen nun drastische Einschnitte. Innerhalb der kommenden zwölf Monate sollen die Lagerbestände um eine Milliarde Euro reduziert werden, teilte Kering mit. Zudem wird das Filialnetz ausgedünnt: Bis Ende 2026 sollen mindestens 100 Geschäfte geschlossen werden. Bei Gucci, das im vergangenen Jahr für rund 60 Prozent des Konzerngewinns stand, soll die Verkaufsfläche um 20 Prozent und die Zahl der Outlet-Stores um ein Drittel schrumpfen. Ziel sei eine Verdopplung der Umsatzdichte der Marke bis 2030. Gleichzeitig will Kering das margenstarke Schmuckgeschäft bis zum Ende des Jahrzehnts verdoppeln, um weniger anfällig für die Schwankungen des Modemarktes zu sein.
Die operative Marge lag im vergangenen Jahr bei elf Prozent. Eine Verdopplung würde Kering wieder näher an die Konkurrenz heranbringen. Auf dem Höhepunkt im Jahr 2022 hatte der Konzern noch eine Marge von 27,5 Prozent erzielt, angetrieben von einem damaligen Boom bei Gucci. Das Management will das Verhältnis von Nettoverschuldung zum operativen Ergebnis (EBITDA) bis Ende 2026 auf etwa 1,5 von 2,2 Ende 2025 senken. Die Pläne stießen an der Börse zunächst auf Skepsis: Die Kering-Aktie gab im frühen Handel in Paris um bis zu vier Prozent nach, dämmte die Verluste am Vormittag aber auf 1,5 Prozent ein.
De Meo steht seit sieben Monaten an der Spitze des Konzerns. Er muss die Investoren davon überzeugen, dass sein ehrgeiziger Sanierungsplan in einem schwierigen Marktumfeld greift. Der Konflikt im Nahen Osten belastet derzeit die Konsumausgaben für Luxusgüter. Kering sowie die Rivalen LVMH und Hermes erklärten in dieser Woche, die Auseinandersetzungen verringerten die Verkäufe in der Golfregion deutlich. Erst am Dienstag hatte Kering mitgeteilt, dass die Umsätze von Gucci im abgelaufenen Quartal weiter gesunken seien. Dies hatte Anleger enttäuscht, die auf erste Erfolge der Neuausrichtung unter dem neuen Management und Gucci-Kreativdirektor Demna Gvasalia gehofft hatten.
MILAN - ITALIEN: FOTO: APA/APA/AFP/MIGUEL MEDINA