Italienische Post bietet 10,8 Mrd. Euro für Telecom Italia

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TIM bald Teil der italienischen Post
 © AFP, MARCO BERTORELLO, APA
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Knapp 30 Jahre nach der Privatisierung liegt nun ein öffentliches Angebot für den ehemaligen Telekom-Austria-Aktionär Telecom Italia (TIM) vor, das den Staat wieder über die Marke von 50 Prozent bringen soll. Die italienische Post bietet insgesamt 10,8 Mrd. Euro in Aktien und in bar, um den Telekomkonzern und ehemaligen Monopolisten vollständig zu übernehmen und von der Börse zu nehmen, teilte der Verwaltungsrat am Sonntagabend mit.

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Das Kaufangebot wurde von Poste Italiane eingereicht, an dem die staatliche Förderbank CDP (Cassa depositi e prestiti) zu 35 Prozent und das Wirtschafts- und Finanzministerium zu 29,3 Prozent beteiligt sind. Für die Übernahme bietet die Post 0,0218 neue eigene Stammaktien je TIM-Aktie sowie eine Barzahlung von 0,167 Euro pro angedientem Anteilsschein. Es handelt sich damit um ein öffentliches Kauf- und Tauschangebot, das jede Aktie von Telecom Italia mit 0,635 Euro bewertet. Dies entspricht einem Aufschlag von 9 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag.

TIM hat sich unter der Führung des Managers Pietro Labriola grundlegend gewandelt. Nach dem Verkauf der Festnetzinfrastruktur im Jahr 2024 ist das Unternehmen heute vor allem als Anbieter von Festnetz- und Mobilfunkdiensten tätig. Mit dem Deal will die italienische Post, die bereits mit 27,3 Prozent größter Aktionär von TIM ist, ihre Plattform ausbauen.

Der entstehende Konzern würde Finanz- und Versicherungsdienstleistungen mit Telekommunikation, Logistik und digitalen Services verbinden. Erwartet werden Erlöse von 26,9 Mrd. Euro, ein operatives Ergebnis von 4,8 Mrd. Euro und mehr als 150.000 Beschäftigte.

Im Zuge der Integration, die auf ein Delisting von TIM abzielt, rechnet Poste Italiane mit jährlichen Synergien von rund 0,7 Mrd. Euro vor Steuern, davon 0,5 Mrd. Euro aus Kosteneinsparungen. Diese seien Teil eines bereits begonnenen industriellen und kommerziellen Integrationsprozesses seit dem Einstieg bei TIM im Februar 2025.

Als Finanzberater wurden JPMorgan Chase, BNP Paribas und Mediobanca beauftragt. Nach Abschluss der Transaktion soll der italienische Staat - auch unter Einbeziehung der Beteiligung der CDP - die Mehrheit an der Telecom Italia mit über 50 Prozent behalten. Der Abschluss ist bis Ende 2026 vorgesehen. TIM teilte mit, man habe das Angebot zur Kenntnis genommen und werde den Verwaltungsrat einberufen, um die Bewertung des Angebots einzuleiten.

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