Iran-Krieg treibt Inflation im Euroraum in die Höhe

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Ölpreisanstieg infolge des Iran-Krieges treibt die Inflation sprunghaft nach oben
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Der Ölpreisanstieg infolge des Iran-Krieges treibt die Inflation im Euroraum sprunghaft nach oben. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im März um durchschnittlich 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das EU-Statistikamt Eurostat auf Basis endgültiger Daten mitteilte. In einer vorläufigen Schätzung war von 2,5 Prozent die Rede. Noch im Februar hatte die Teuerungsrate mit 1,9 Prozent unter dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,0 Prozent gelegen.

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Die EZB ist vor ihrer nächsten Zinssitzung Ende des Monats mit Blick auf die Inflationsgefahr auf der Hut. Laut EZB-Chefin Christine Lagarde ist die Zentralbank bereit zu handeln, wenn es die Datenlage erfordere. Nach Ansicht des estnischen Ratsmitglieds Madis Müller verfügt die EZB Ende des Monats womöglich jedoch noch nicht über ausreichende Daten, um die Notwendigkeit einer Zinserhöhung beurteilen zu können. Der deutsche Bundesbankchef Joachim Nagel plädiert dafür, flexibel zu bleiben. Damit habe die Zentralbank etwas Handlungsspielraum.

EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel erklärte, die Zentralbank müsse vermeiden, der Wirtschaft durch eine vorzeitige Straffung der Geldpolitik "unnötige Kosten" aufzubürden. Die EZB nehme derzeit eine weitgehend neutrale geldpolitische Haltung ein und könne sich die nötige Zeit nehmen, um die Folgen des aktuellen Energieschocks zu analysieren, sagte sie in Washington. Da die Wirtschaft der Eurozone unter den steigenden Kraftstoffpreisen leiden könnte, müsse die EZB ihre Entscheidungen sehr sorgfältig abwägen und weiter datenabhängig handeln.

Die EZB hatte die Leitzinsen im vergangenen Monat unverändert gelassen. Sie signalisierte allerdings Bereitschaft zu einer strafferen Geldpolitik, sollten die hohen Energiepreise auf die gesamte Wirtschaft übergreifen und durch sogenannte Zweitrundeneffekte die Preise anderer Waren und Dienstleistungen beeinflussen. Die Finanzmärkte sehen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von nur 20 Prozent für eine Zinserhöhung der EZB in diesem Monat. Ein Schritt bis Juni ist jedoch nahezu vollständig eingepreist. Zudem wird ein zweiter Schritt nach oben im Herbst erwartet.

KIEL - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/Frank Molter

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