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"Eine so geringe Rezessionswahrscheinlichkeit wie aktuell hat der Indikator zuletzt vor dem Beginn des Iran-Kriegs Anfang 2026 ausgewiesen und davor im Jahr 2022, bevor Russland die Ukraine überfallen hat", erläuterten die Forscher des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK). Der nach dem Ampelsystem arbeitende Indikator bleibt demnach bei der Phase "gelb-grün", was einem moderaten Wachstumspfad entspricht.
"Die konjunkturelle Stabilisierung ist bemerkenswert", sagte IMK-Konjunkturexperte Christian Breuer. Sie zeige die grundsätzliche Stärke des Standorts Deutschland - und dies in extrem schwierigen Zeiten. Er verwies auf die von Kriegen verursachten Energiepreisschocks, US-Zölle und auf die insgesamt erhöhte wirtschaftspolitische Unsicherheit. In dieser Situation brauche die konjunkturelle Erholung allerdings weiteren Rückenwind.
Die staatlichen Mehrausgaben für Infrastruktur und Verteidigung regten die Wirtschaft an. Ebenfalls in die richtige Richtung gingen die europäischen Ansätze zu einer wirksameren Industriepolitik, auch wenn sie noch zu zögerlich seien. Das IMK-Institut hatte seine Wachstumsprognose für die hiesige Wirtschaft jüngst mehr als verdoppelt. Für das laufende Jahr erwartet das Institut der Hans-Böckler-Stiftung ein Anziehen des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,3 Prozent und für 2027 um 1,4 Prozent. Als Gründe nannten die Forscher überraschend starke Exporte in der ersten Jahreshälfte sowie die erhöhten staatlichen Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur.