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"Die Bauwirtschaft muss ihre Kapazitäten ausweiten, damit die milliardenschweren öffentlichen Investitionen in die Infrastruktur nicht die Preise treiben", sagte Studienautor Martin Gornig. "Da Arbeitskräfte knapp sind, kann dies nur durch eine Trendwende bei der Arbeitsproduktivität gelingen." Die befindet sich dem DIW zufolge im Baugewerbe jedoch seit Jahren im Sinkflug. 2025 sei sie nahezu 30 Prozent unter dem Niveau von 2010 gelegen.
Der Negativtrend zeigt sich über alle Bausparten und Unternehmensgrößen hinweg. Beschleunigt hat er sich seit der Corona-Pandemie und durch den Zins- und Kostenschock vor allem seit dem Ukraine-Krieg. Nach einer Simulationsrechnung mit Unternehmensdaten könnte die Bauleistung um rund zwölf Prozent höher liegen, wenn die weniger produktiven Betriebe zu den besseren Unternehmen aufschließen würden. Das entspräche der Leistung von knapp 350.000 zusätzlichen Beschäftigten.
"Um die Produktivität signifikant zu steigern, müssten bereits verfügbare, moderne Produktionsmethoden deutlich schneller und flächendeckender eingesetzt werden", sagte Gornig. Auch die öffentliche Hand könne dazu beitragen: Über die Senkung bürokratischer Nebenbelastungen, innovationsfreundliche Ausschreibungen und gezielte Pilotprojekte ließen sich wichtige Impulse setzen.
"Wir sollten neue Technologien nicht unterschätzen und zum Beispiel Robotik auf dem Bau neu denken", sagte Co-Autor Alexander Schiersch. "Wenn wir dahin kommen, dass wir auf dem Bau nicht nur mit Maschinen, sondern auch mit Robotern arbeiten, können wir die Arbeitsproduktivität hier enorm steigern."
Zusätzliche Arbeitskräfte sind dem DIW zufolge schwer zu bekommen. Andere Länder, aus denen früher viele Mitarbeiter kamen, hätten inzwischen eine besser laufende Wirtschaft und selbst ein demografisches Problem. "Das heißt, wir müssen uns auf andere Wege besinnen, um unsere Kapazitäten zu erhöhen", sagte Schiersch. "Die Produktivität ist einer davon."