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"Die Entspannung bei der Materialversorgung könnte nur vorläufig sein", sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. "Die Lieferketten bleiben anfällig für neue Störungen rund um die Straße von Hormuz." Dort hat der seit fünf Monaten währende Iran-Krieg die Schifffahrt stark eingeschränkt.
In der deutschen Chemieindustrie hat sich die Situation zu Beginn der zweiten Jahreshälfte deutlich entspannt. Dort berichten nur noch 13,8 Prozent der Unternehmen von Materialengpässen, nach 29,5 Prozent im Vormonat. Im Maschinenbau (14,2 Prozent) und in der Automobilindustrie (16,0 Prozent) veränderte sich die Versorgung mit Vorprodukten dagegen nur unwesentlich. Bei den Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen blieb die Versorgungslage angespannt: Der Anteil sank lediglich von 34,2 auf 30,3 Prozent.
Ähnliches gilt für die Hersteller elektrischer Ausrüstungen. Dort fiel der Anteil von 27,7 auf 25,2 Prozent. "In der Elektroindustrie bleiben die Lieferketten angespannt", sagte Wohlrabe. "Ein möglicher Grund ist die weltweit hohe Nachfrage nach Speicherchips, die durch den Ausbau der KI-Infrastruktur zusätzlich angeheizt wird." Das trifft auch US-Konzerne wie Apple. Konzernchef Tim Cook sprach bei der Bilanzvorlage von Lieferengpässen bei Elektronik-Bauteilen, die vorerst nicht behoben werden könnten.
De facto keine Probleme bei der Versorgung mit Vorprodukten bestehen in der Getränkeherstellung, betonte das Ifo-Institut. Das trifft auch auf die Hersteller von Lederwaren, Glas und Keramik zu.
CHALAMPÉ - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/BENOIT TESSIER