Hafenbetreiber HHLA profitiert von Umleitung ums Rote Meer

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Deutlich erhöhte Ladungsmengen
 © DPA, Christian Charisius, Apa
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Deutschlands größtem Seehafen Hamburg kommen die Umleitungen der Handelsschifffahrt um das Rote Meer indirekt zugute. Wie die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) als Betreiberin von drei Containerterminals im Hafen der Hansestadt am Donnerstag mitteilte, wurden 2025 im Verkehr mit Hochseehäfen in Großbritannien, Belgien, Spanien und den Niederlanden deutlich erhöhte Ladungsmengen verzeichnet.

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"Ursache hierfür sind weiterhin bestehende Routenverlagerungen infolge des militärischen Konflikts im Roten Meer", erklärte die HHLA. Wegen Angriffen von Houthi-Rebellen aus dem Jemen im Roten Meer meiden viele Handelsschiffe seit längerem den Suezkanal und fahren stattdessen um Afrika herum.

Welthandel seit einiger Zeit in Turbulenzen

Zur faktischen Sperrung der Straße von Hormuz in Folge des Iran-Kriegs äußerte sich die HHLA am Donnerstag zunächst nicht. Die dem Persischen Golf vorgelagerte Meerenge ist wegen der Gefahr iranischer Angriffe derzeit nicht passierbar. Im Golf sitzen Hunderte Schiffe fest, nach Angaben des deutschen Reederverbands VDR auch mindestens 50 Schiffe von zehn deutschen Reedereien. Durch die enge Verzahnung der Routennetze können sich derartige Verwerfungen auch auf Häfen außerhalb der Region Nahost auswirken. Auch die durch die US-Zollpolitik ausgelösten Turbulenzen im Welthandel hinterlassen Spuren in der Branche.

So verringerten sich an den Terminals in Hamburg die Mengen im Überseeverkehr mit Nordamerika 2025 stark, wie die HHLA weiter mitteilte. Dagegen ging es bei den Fahrtgebieten Fernost – insbesondere China – sowie Südamerika, Afrika, Australien und auch dem Nahen Osten aufwärts. Insgesamt legte der Umschlag an den HHLA-Terminals um 4,8 Prozent auf gut 5,9 Millionen Standardcontainer (TEU) zu.

Der HHLA gehören auch Anlagen in anderen Ländern, darunter im ukrainischen Schwarzmeerhafen Odessa. Der Teilkonzern Hafenlogistik, der nach dem Einstieg der weltgrößten Reederei MSC mittelfristig von der Börse genommen werden soll, will weiter zulegen. Das operative Wachstum von 2025 solle 2026 fortgesetzt werden, erklärte der neue HHLA-Chef Jeroen Eijsink. Er setzt vor allem auf mehr Effizienz durch Automatisierung der Terminals sowie deren Schienenanbindung über die Tochterfirma Metrans. 2025 steigerte der Teilkonzern seinen operativen Gewinn (EBIT) um knapp ein Viertel auf fast 145 Millionen Euro. Dieses Jahr werden 160 bis 180 Millionen angestrebt.

HAMBURG - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/dpa/Christian Charisius

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