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In der Industrie trübte sich die Stimmung im Mai etwas ein. Hauptgrund dafür: Die befragten Manager stuften ihre Produktionserwartungen herab. Bei den Dienstleistern zeigte das Barometer nach dem Einbruch im April wieder nach oben. Auch die Verbraucher zeigten sich zuversichtlicher, ihre Inflationserwartungen fielen geringer aus als im April.
Der Krieg in Nahost hat den Ölpreis in die Höhe getrieben. Die Nachwirkungen des Ölpreisschocks infolge des Iran-Krieges dürften die Europäische Zentralbank (EZB) zu einer Anhebung des Leitzinses bewegen. "Aus heutiger Sicht halte ich eine Zinserhöhung im Juni für nötig", sagte EZB-Direktorin Isabel Schnabel der Nachrichtenagentur Reuters. Doch lege sich die EZB niemals vorab fest. Der Schock arbeite sich durch die Wirtschaft und treibe die Inflation über "einen beträchtlichen Zeitraum" vom Zielwert der Notenbank von zwei Prozent weg. Seit Ausbruch des Nahost-Krieges Ende Februar sind die Energiekosten im Euroraum stark gestiegen, was die Wirtschaft belastet und zugleich die Teuerung befeuert. "Selbst wenn der Krieg heute enden würde, ist der Energieinfrastruktur und den globalen Lieferketten bereits erheblicher Schaden zugefügt worden", warnte die deutsche EZB-Direktorin.
Im Euroraum lag die Inflationsrate im April bei 3,0 Prozent und damit einen ganzen Prozentpunkt über dem mittelfristigen Inflationsziel der EZB. Manche Experten schließen nicht aus, dass sie sogar die Marke von 4,0 Prozent übersteigen wird. Der EZB-Rat entscheidet am 11. Juni über den Leitzins. Die meisten Experten rechnen dann mit einer ersten Zinserhöhung in diesem Jahr.
FRANKFURT:MAIN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/Arne Dedert