EZB-Vize Vujčić: Anhaltend hohe Inflation schadet Wirtschaft

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EZB-Vizepräsident Boris Vujčić
 © AFP, JOHN MACDOUGALL, Apa
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EZB-Vizepräsident Boris Vujčić sieht bei anhaltend hohen Teuerungsraten Gefahren auf die europäische Wirtschaft zukommen. "Wenn die Inflation bis in den Herbst hinein hoch bleibt und sich auf die Haushaltseinkommen sowie das Konsumverhalten auswirkt, wird dies auch das BIP dämpfen", warnte der Kroate in einem am Freitag veröffentlichten Reuters-Interview mit Blick auf die Folgen für das Bruttoinlandsprodukt (BIP).

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Die Wirtschaft der Eurozone hatte im Frühjahr trotz der Belastungen durch höhere Energiepreise infolge des Iran-Krieges mit einem Plus beim BIP von 0,6 Prozent überraschend kräftig zugelegt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins zuletzt im Kampf gegen die hohe Inflation zum zweiten Mal in diesem Jahr erhöht und ihre Konjunkturprognosen zugleich heraufgesetzt. In diesem Jahr soll das BIP demnach um 0,9 Prozent steigen, während für 2027 nun 1,4 Prozent erwartet werden. Zugleich erwartet die Notenbank durch den Konflikt im Nahen Osten länger anhaltenden Inflationsdruck.

Ein kalter Winter würde die Belastung für die Haushalte durch steigende Heizkosten noch verschärfen, warnte Vujčić. Gleichzeitig wies der Stellvertreter von EZB-Chefin Christine Lagarde darauf hin, dass die Eurozone ihre Abhängigkeit von Erdgas in den vergangenen vier Jahren verringert habe. Dadurch stellten niedrige Gasspeicherstände eine geringere Gefahr dar als zu Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine im Jahr 2022. Zudem habe sich die Wirtschaft als widerstandsfähiger erwiesen als erwartet - auch dank der Exporte, bei denen Käufer Bestellungen vermutlich vorgezogen hätten. Der private Konsum werde voraussichtlich "hinreichend robust" bleiben.

An den Finanzmärkten wird damit gerechnet, dass die EZB mit einer Zinserhöhung nachlegt. Vujčić wollte sich nicht auf weitere Schritte festlegen. Er verwies allerdings darauf, dass die EZB bei den Sitzungen, in denen auch Prognosen erstellt wurden, zwei Zinserhöhungen vorgenommen habe: "Wir werden sehen, was die kommenden Monate bringen, und unsere Geldpolitik entsprechend anpassen." Die nächsten Projektionen der EZB werden zur Zinssitzung am 17. Dezember veröffentlicht, für die eine Erhöhung an den Finanzmärkten weitgehend eingepreist ist.

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