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"Aber die EZB kann die Lage beobachten und auf mögliche Zweitrundeneffekte achten." Er forderte Unternehmen und Gewerkschaften auf, den Inflationsschock als vorübergehend zu betrachten. Andernfalls drohten Zweitrundeneffekte - bei denen auch andere Waren sowie Dienstleistungen deutlich teurer werden. Dann müsse die Zentralbank eingreifen, um diese zu stoppen.
Die EZB hat sich laut Ratsmitglied Peter Kazimir ganz dem Kampf gegen die Inflation verschrieben. "Die Bevölkerung kann sich darauf verlassen, dass wir unseren Auftrag unbeirrt erfüllen werden", erklärte er am Montag und fügte an: "Sollte es mutiges Handeln erfordern, werden wir nicht zögern". Der Slowake räumte zwar ein, dass die EZB gegen einen Inflationsanstieg in den nächsten Monaten wenig ausrichten könne. "Sollten wir jedoch das Risiko als erheblich einschätzen, dass die Inflation über einen längeren Zeitraum über unserem Zielwert bleibt, werden wir mit angemessener Entschlossenheit handeln, um die Inflation wieder auf unser Zielniveau zu senken", betonte er.
Mit dem Iran-Konflikt seien nicht nur Energiefragen verbunden: "Lieferketten sind gefährdet. Sollte sich der Konflikt regional ausweiten, werden Lieferengpässe die Folge sein. Dies ist keine abstrakte Frage. Es wird Unternehmen und Menschen in ganz Europa betreffen", warnte Kazimir.
Die EZB hatte in der vergangenen Woche die Zinsen unverändert gelassen. Sie signalisierte jedoch ihre Bereitschaft zu einer strafferen Geldpolitik, sollten die hohen Energiepreise auf die Gesamtwirtschaft durchschlagen. Die EZB hatte bei der Inflationswelle 2021/22 als eine der letzten großen Zentralbanken die Zinsen erhöht, den Preisanstieg jedoch vor den meisten anderen unter Kontrolle gebracht.
Im vergangenen Jahr lag die Teuerung in der Währungsunion beim Zielwert der EZB von zwei Prozent. Ihre jüngste Prognose sieht jedoch einen Anstieg auf 2,6 Prozent in diesem Jahr vor, wobei die Risiken eher nach oben deuten. Höhere Energiekosten dürften in der Eurozone keine Rezession auslösen, da alle Szenarien von Wachstum ausgingen, sagte de Guindos weiter.