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Bei den Firmenkrediten war es die deutlichste Straffung seit dem dritten Quartal 2023. Als Hauptgründe für die Entwicklung nannte die EZB die gestiegenen Risiken für die Konjunktur und eine geringere Risikobereitschaft der Banken. Die geopolitischen Entwicklungen und die Energiepreise hätten dabei für Druck in Richtung einer Verschärfung gesorgt. "Einige Banken berichteten über zusätzliche Verschärfungen im Zusammenhang mit Engagements bei energieintensiven Firmen und im Nahen Osten", hieß es in dem Bericht weiter.
Für das bis Ende Juni laufende zweite Quartal erwarten die Banken eine nochmals deutlichere Verschärfung ihrer Vergabestandards. Die Nachfrage nach Krediten ging in den ersten drei Monaten 2026 entgegen den Erwartungen der Banken leicht zurück. Als Grund wurde vor allem die Investitionszurückhaltung der Unternehmen wegen der gestiegenen Unsicherheit genannt.
Die Ergebnisse des im Fachjargon als "Bank Lending Survey" (BLS) bekannten EZB-Berichts sind für die Währungshüter eine Orientierungshilfe für ihre Geldpolitik. Die Zentralbank dürfte allerdings Fachleuten zufolge am Donnerstag erneut die Zinsen bei 2,0 Prozent belassen. Im Zuge der Turbulenzen durch den Iran-Krieg und die seitdem gestiegene Inflation hat EZB-Chefin Christine Lagarde wiederholt die Handlungsbereitschaft der Zentralbank betont. Eine Zinserhöhung auf der Sitzung im Juni gilt unter Experten durchaus als eine Option.