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Warsh hat sich offen für die Option von Zinssenkungen gezeigt und will gleichzeitig die Bilanz der Federal Reserve massiv verkürzen. Er strebt zudem eine engere Abstimmung mit der Regierung an. Powell ist von Trump immer wieder heftig attackiert worden, weil er die Leitzinsen aus Sicht des Staatschefs zu zögerlich gesenkt hatte.
Der Führungswechsel bei der Fed vollzieht sich in einer Zeit, in der die Währungshüter die Sorge vor steigender Inflation umtreibt. Bei der Sitzung Ende April sprach sich eine wachsende Zahl von Notenbankern dafür aus, die Basis für eine mögliche Zinserhöhung zu schaffen. Eine Mehrheit der Fed-Vertreter erklärte, dass eine Straffung der Geldpolitik erforderlich sein könnte, sollte die Inflation anhaltend über dem Ziel der Notenbank von zwei Prozent bleiben. Die im Zuge des Iran-Krieges gestiegenen Energiepreise treiben die Teuerung: Die Verbraucherpreise stiegen im April um 3,8 Prozent zum Vorjahresmonat.
Damit ist Warsh gleich zu Beginn seiner Amtszeit an der Spitze der Notenbank mit einem Inflationsschub konfrontiert. Powell leitete Ende April seine letzte Sitzung als Notenbankchef, doch will er als einfacher Direktor weiter im Board bleiben. Er hatte sich als Zentralbankchef mit dem US-Präsidenten überworfen. Der Streit gipfelte in mittlerweile eingestellten Ermittlungen gegen Powell im Zusammenhang mit der Renovierung der US-Notenbankzentrale in Washington.
Der Führungswechsel fällt somit in eine Phase, in der die Unabhängigkeit der Notenbank unter Druck geraten ist. Trump versucht, Einfluss auf die Fed zu gewinnen. Warsh hat allerdings im Bestätigungsverfahren im Senat gelobt, als Chef der Notenbank Zinsentscheidungen "strikt unabhängig" von politischen Erwägungen zu treffen. Er sei absolut keine Marionette des US-Präsidenten, betonte er.
WASHINGTON - USA: FOTO: APA/APA/AFP/AARON SCHWARTZ