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Europas Leitbörsen uneinheitlich, DAX über 25.000 Punkte

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Euro-Stoxx-50 verliert 0,12 Prozent nach Rekordhoch am Vortag
 © APA/APA (AFP)/JOHN THYS
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Die europäischen Leitbörsen haben sich am Mittwoch im Mittagshandel ohne einheitlichem Richtungstrend präsentiert. Der Euro-Stoxx-50 gab 0,12 Prozent auf 5.925 Punkte ab, nachdem er am Vortag ein neues Rekordhoch markiert hatte. Der Londoner FTSE-100 gab 0,58 Prozent auf 10.064 Punkte ab.

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In Frankfurt konnte der DAX erstmals in seiner Geschichte über die Marke von 25.000 Punkten klettern und gewann zuletzt 0,72 Prozent auf 25.070 Einheiten. Wegen der Infrastruktur- und Rüstungsmilliarden der deutschen Bundesregierung ist die Aussicht auf eine Belebung der deutschen Wirtschaft im neuen Jahr ein zentraler Kurstreiber in Frankfurt. Auch die Saisonalität spricht für den DAX, denn der Jänner zählt für gewöhnlich zu den stärkeren Börsenmonaten.

Die europäischen Börsen folgten damit nur teilweise der Entwicklung in Fernost. "Aus Asien schwingen tendenziell negative Impulse nach Europa", stellte Marktexperte Andreas Lipkow fest. "So verschärfen sich die politischen Spannungen zwischen China und Japan erneut, und China hat ausgewählte Exportbeschränkungen für militärfähige Güter nach Japan angekündigt."

Schwächster Sektor waren die Ölwerte. Die Aktien von Eni und Repsol büßten jeweils mehr als drei Prozent an Kurswert ein. Die Gefangennahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch die Vereinigten Staaten wirkte nach. Zwar verfügt das südamerikanische Land über die größten Ölreserven der Welt, die Öllieferungen aus Venezuela tragen aber weniger als ein Prozent zur Versorgung des globalen Ölmarkts bei. US-Präsident Donald Trump hat nun jedoch mögliche Subventionen für Ölkonzerne in Aussicht gestellt, die den Wiederaufbau der Energieinfrastruktur Venezuelas unterstützen. Dadurch verstärkten sich Erwartungen an ein Überangebot. "Die Botschaft am globalen Ölmarkt ist unmissverständlich: Die US-Einmischung in Venezuela droht das ohnehin übervolle globale Ölangebot weiter anschwellen zu lassen - exakt zu einem Zeitpunkt, an dem die Nachfrage ohnehin schwächelt", merkte Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank dazu an. Dadurch könnten die Ölpreise weiter unter Druck kommen.

Gegen die Verluste des ebenfalls schwächelnden Rohstoffsektors stemmten sich die Stahlwerte. ArcelorMittal gewannen 2,6 Prozent. Die Analysten der US-Bank Morgan Stanley hatten sich positiv geäußert und das Papier auf "Overweight" hochgestuft. Der Aktienkurs erreichte den höchsten Stand seit 14 Jahren.

Thyssenkrupp stärkten sich um 5,7 Prozent. Anleger setzen weiterhin auf eine Lösung für das europäische Stahlgeschäft. Ein Pressebericht zu Details des möglichen Verkaufs der Stahlsparte an den indischen Jindal-Konzern gab zudem Auftrieb.

Pharmawerte waren erneut gefragt. Das Schwergewicht Roche kletterte um über ein Prozent auf 334 Franken, nachdem die britische Investmentbank Barclays die Einstufung von "Equal Weight" auf "Overweight" erhöht und das Kursziel von 275 auf 390 Franken angehoben hatte. Für die Schweizer sehe er eine starke operative Entwicklung und Umsatzchancen durch weitere Produkteinführungen, schrieb der Analyst James Gordon.

Zu den Favoriten gehörten auch die zinssensiblen Immobilienaktien. "Venezolanisches Öl könnte ein Katalysator für neue Zinsspekulationen werden, wenn es dazu beiträgt, die Benzinpreise in den USA zu drücken", so Analyst Stanzl. "Gleichzeitig könnte ein neuer Chef der US-Notenbank fallende Inflationsraten als Rechtfertigung nutzen, den geldpolitischen Kurs zügiger zu lockern." Dies öffne Spekulationen auf aggressivere Zinssenkungen Tür und Tor.

AMSTERDAM - NIEDERLANDE: FOTO: APA/APA (AFP)/JOHN THYS

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