Europas Leitbörsen schließen tiefer, Euro-Stoxx-50 -0,7 %

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Nach deutlicher Vortageserholung
 © APA/APA/AFP/THOMAS SAMSON
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Die europäischen Börsen haben am Mittwoch nach der Erholung am Vortag wieder geschwächelt. "Die Situation im Nahen Osten führt über die Energiepreise zu massiven Beeinträchtigungen der Weltwirtschaft", warnte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets. "Das größte Problem ist und bleibt weiterhin die Unsicherheit, und dadurch verpuffen Hilfsmaßnahmen wie eine potenzielle Auflösung von Ölreserven der Länder schnell."

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Der Eurozone-Leitindex Euro-Stoxx-50 sank um 0,73 Prozent auf 5.794,68 Punkte. In Frankfurt fiel der DAX um 1,37 Prozent auf 23.640,03 Einheiten. Außerhalb der Eurozone gab der britische Leitindex FTSE-100 um 0,56 Prozent auf 10.353,77 Punkte nach.

Die Kursverluste an den Aktienmärkten gingen mit steigenden Rohölnotierungen einher. Hintergrund ist die weiterhin faktisch gesperrte Straße von Hormuz. Die Freigabe einer Rekordmenge strategischer Ölreserven durch die Internationalen Energieagentur (IEA) belastete die Ölpreise dabei nur kurzzeitig. Zum europäischen Börsenschluss tendierte der Brent-Preis bei fast 93 Dollar je Barrel.

Auch erwartungsgemäß ausgefallene Inflationsdaten aus den USA beeinflussten das Marktgeschehen nicht. Im Februar lag die Inflationsrate in den Staaten wie von Analysten geschätzt bei 2,4 Prozent. Dabei wirkten sich Kosten für Energie noch dämpfend auf die allgemeine Preisentwicklung aus, da sich die Folgen des Iran-Kriegs mit den deutlich gestiegenen Ölpreisen erst in den kommenden Monaten zeigen werden.

Mit Abstand bester Sektor waren die Ölwerte. Auf der Verliererseite standen dagegen diejenigen Sektoren, die unter dem Ölpreisanstieg und dessen Folgen am stärksten leiden. "Am einfachsten lässt sich dies derzeit bei den Fluggesellschaften erkennen, die unter erheblich gestiegenen Kerosinpreisen leiden", so Lipkow. "Diese Kausalität zieht sich durch weitere Sektoren, von der Logistik bis hin zur Chemiebranche." Deutlich im Minus standen auch die zinssensiblen Immobilienwerte, die unter den Inflationssorgen und den damit verbundenen Zinsängsten litten.

Leicht im Plus hielt sich der Branchenindex der Einzelhandelstitel. Gewinne des Schwergewichts Inditex stabilisierten den Sektor. Der spanische Textilhändler hatte im vergangenen Geschäftsjahr 2025/26 etwas mehr verdient als gedacht. Die Analysten der Deutschen Bank verwiesen zudem darauf, dass sich das laufende Geschäft im Februar und Anfang März besser als erwartet entwickelt habe. Die Aktie der Zara-Mutter sei günstig bewertet und biete derzeit eine interessante Einstiegsgelegenheit. Inditex stiegen um ein Prozent.

Verluste von 1,3 Prozent mussten die Aktionäre der Lufthansa einstecken. Neben den kriegsbedingten Turbulenzen müssen sie verkraften, dass die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit für diesen Donnerstag und Freitag zu einem Streik aufgerufen hat.

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