Europas Leitbörsen tiefer, KI-Sorgen bei Medienwerten

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Aktien von Informationsdienstleistern und Medienwerten unter Druck
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Die europäischen Börsen haben am Dienstag überwiegend mit moderaten Abgaben geschlossen. Die Sorge vor wachsender Konkurrenz durch Künstliche Intelligenz (KI) belastete dabei einige Aktien aus der Medien- und Informationsdienstleistungsbranche schwer.

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Der Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 schloss 0,20 Prozent im Minus bei 5.995,35 Zählern. Der DAX verlor 0,07 Prozent auf 24.780,79 Einheiten. Außerhalb der Eurozone fiel der britische Leitindex FTSE-100 um 0,26 Prozent auf 10.314,59 Punkte.

Etwas Ruhe kehrte immerhin von Seiten der Edelmetalle ein. "Die Handelsschwankungen nehmen nicht nur an den Rohstoffmärkten wieder etwas ab", beschrieb Marktexperte Andreas Lipkow das Geschehen. "Nun liegt der Fokus zumindest kurzfristig wieder auf der Berichtssaison und den anstehenden Makrodaten."

Stark unter Druck gerieten die Medienwerte. Der entsprechende Branchenindex fiel um fast sechs Prozent und setzte damit den Abwärtstrend der vergangenen Monate fort. Die Vorstellung eines KI-gestützten Produktivitätstools für interne Rechtsabteilungen durch das US-Unternehmen Anthropic schürte die Sorgen vor zunehmender Konkurrenz durch Künstliche Intelligenz (KI). "Wir glauben, dass sich dadurch wenig für den Markt für spezialisierte KI-Tools für Anwaltskanzleien ändert, aber es ist keine hilfreiche Schlagzeile", kommentierte dies der Medienexperte Nick Dempsey von der Barclays Bank. Solche Schlagzeilen seien in einem Markt, der sensibel auf KI-Veränderungen reagiere, eindeutig kontraproduktiv.

Ein schwacher Ausblick des französischen Werbekonzerns Publicis trug da kaum zur Beruhigung bei. Publicis-Aktien büßten 9,1 Prozent ein. Relx und Wolters Kluwer, die ähnliche Produkte wie jenes von Anthropic anbieten, sackten um 14 beziehungsweise 13 Prozent ab. Der Kursrückschlag griff auch auf weitere Titel aus den Branchen Technologie, Finanz- und Informationsdienstleister über, die am Markt bei KI-bedingten Disruptionsthemen unter Beobachtung stehen.

Im Chemiesektor büßten Akzo Nobel 3,7 Prozent ein. Die Aktien des Lacke- und Farbenproduzenten reagierten damit auf die Zahlen zum vierten Quartal. Die Analysten von JPMorgan verwiesen auf den bereinigten operativen Gewinn (Ebitda), der unter den Konsensschätzungen gelegen habe. Der Ausblick auf das laufende Jahr erscheine zudem konservativ.

Im Bankensektor waren ING mit drei Prozent Aufschlag gefragt. Die Deutsche Bank hatte das Kursziel von 25 auf 28 Euro angehoben und die Aktien von "Hold" auf "Buy" hochgestuft. Bei den Niederländern stünden die Zeichen auf Wachstum, so Analyst Benjamin Goy.

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