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Der Euro-Stoxx-50 verlor 0,71 Prozent auf 6.424,73 Punkte. In Frankfurt schloss der DAX dagegen um 0,31 Prozent fester bei 26.367,24 Zählern. Außerhalb der Eurozone fiel der FTSE-100 wiederum um 0,79 Prozent auf 10.792,54 Einheiten.
"Nvidia hat geliefert und schaltet noch einmal einen Gang hoch", schrieb Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar von Robomarkets zum heutigen Marktgeschehen im Halbleitersektor. "Aber die Musik spielt jetzt in Jackson Hole. Das Symposium der US-Notenbank ist oft eine Bühne für wichtige geldpolitische Signale."
Entsprechend gespannt waren die Anleger und wagten sich nicht weit aus der Deckung, zumal Fed-Chef Kevin Warsh erst am Freitag seine Rede halten wird. "Und die Ausgangslage könnte spannender kaum sein", so Molnar. Denn der PCE-Deflator als für die Amerikaner maßgebliches Inflationsbarometer habe erst tags zuvor deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der Fed gelegen. "Für eine Zinserhöhung im September stehen die Chancen weiterhin fast unentschieden - die Entscheidung bleibt damit völlig offen."
Sollte Warsh seiner bisherigen Kommunikationsstrategie treu bleiben, seien keine Hinweise auf das weitere geldpolitische Vorgehen zu erwarten, hieß es indes in einer Analyse der DZ Bank.
Im Sog klarer Nvidia-Kursgewinne fielen Halbleiterwerte heute mehrheitlich positiv auf. STMicro, Infineon und ASM International legten zwischen 0,6 und 3,6 Prozent zu. Begünstigt wurde der Branchentrend zudem vom US-Softwarekonzern Salesforce, der mit seiner KI-Strategie vorankommt. Auch CrowdStrike und Okta stützten mit ihren Ergebnissen die Branche.
Unter Druck stand vor allem der Nahrungsmittel- und Getränkesektor aufgrund schwacher Aussichten von Pernod Ricard (Aktie mit minus 4,6 Prozent). Analyst Pierre Tegner von der Investmentbank Oddo BHF wies nach der Jahresbilanz des Spirituosenkonzerns vor allem auf den mauen Ausblick für das Geschäftsjahr 2027 hin. Zudem peile das Management für das Wachstum bis 2029 nun eher das untere Ende seiner Zielspanne zwischen 3 und 6 Prozent an. Der Ergebniskonsens dürfte sinken, so Tegner.