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"Die jüngste Verlängerung des Ultimatums durch Donald Trump sorgt nicht für Entspannung", so Timo Emden, Marktanalyst von Emden Research. "Die erneute Fristverlängerung wirkt weniger wie ein diplomatischer Fortschritt als vielmehr wie ein Zeichen dafür, dass eine tragfähige Einigung weiterhin auf sich warten lässt."
Der Euro-Stoxx-50 sank um 1,08 Prozent auf 5.505,80 Punkte. Der britische FTSE 100 fiel um knappe 0,05 Prozent auf 9.967,35 Punkte. In Frankfurt büßte der DAX 1,38 Prozent auf 22.300,75 Einheiten ein.
Dabei warfen auch die Inflationsdaten für den Euroraum in der kommenden Woche ihre Schatten voraus. "Höhere Inflationszahlen für März dürften nur ein Vorgeschmack dessen sein, was bei einem andauernden Iran- bzw. Energiekrieg in den kommenden Wochen droht", sagte Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck. Einen ersten Eindruck lieferten Zahlen aus Spanien. Dort hatte sich die Inflation im März wegen des Ölpreisschocks im Zuge des Iran-Kriegs deutlich verstärkt. Die nach europäischen Standards berechneten Verbraucherpreise (HVPI) legten im Jahresvergleich um 3,3 Prozent zu.
Schwächster Sektor waren die Medienwerte. Hier brachen die Aktien von CTS Eventim wegen eines enttäuschenden Jahresausblicks um beachtliche 23 Prozent ein. JPMorgan-Analystin Lara Simpson rechnet damit, dass die Ziele des Ticketvermarkters "für Diskussionen sorgen dürften".
Chemiewerte profitierten dagegen von der Stärke des Schwergewichts BASF. Die US-Investmentbank Morgan Stanley hatte das Kursziel von 52 auf 58 Euro angehoben und die Einstufung auf "Overweight" belassen. Die Probleme in der Rohstoffversorgung im Zuge des Nahost-Kriegs dürften die asiatischen Chemiekonzerne kostenseitig härter treffen als die europäische Konkurrenz. BASF gewannen 2,7 Prozent auf 52,10 Euro.
Vergleichsweise stabil präsentierten sich auch die defensiven Pharmawerte. Hier gab es eine Übernahme. Der Schweizer Pharmakonzern Novartis will für bis zu zwei Milliarden US-Dollar das US-Biotechunternehmen Excellergy kaufen. Die Novartis-Titel schlossen wenig verändert.
Auch im ansonsten unspektakulären Nahrungs- und Getränkesektor sorgte eine Unternehmensnachricht für Aufmerksamkeit. Pernod Ricard und der Jack-Daniels-Hersteller Brown-Forman führen Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss, um sich in einem schwächeren Spirituosenmarkt besser aufzustellen. Pernod kletterten darauf um fast acht Prozent. Allerdings hat die Aktie seit den bisherigen Jahreshochs rund 30 Prozent verloren, was den Anstieg relativiert.
FRANKFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND