
von
Neben den wieder anziehenden Anleiherenditen brachten steigende Ölpreise und die verfahrene Lage zwischen den USA und dem Iran Gegenwind. Vor dem Hintergrund fehlender Erfolge bei den Verhandlungen mit Teheran hatte US-Präsident Donald Trump mit einem beispiellosen "Wirtschaftskrieg" gedroht.
"Der Konflikt soll nicht mehr möglichst schnell beendet werden", hieß es dazu vom Analysedienst Index Radar. "Stattdessen soll der Iran wirtschaftlich schrittweise stärker unter Druck geraten."
Unter den wenigen Gewinnern konnten Aktien von Öl- und Gasunternehmen zulegen. Eni und BP gewannen jeweils 2,6 bzw. 2,4 Prozent. TotalEnergies steigerten sich um geringere 0,9 Prozent.
Im Bankensektor kam die italienische Großbank UniCredit einer Aktienmehrheit an der Commerzbank noch einen Schritt näher. Die Commerzbank zog ihre letzten zurückgekauften Aktien ein, wie aus einer Stimmrechtsmitteilung hervorging. Damit haben die Italiener ohne eigenes Zutun nun Zugriff auf bis zu 49,65 Prozent an der Commerzbank. Bisher waren es 47,59 Prozent. Die Titel der Commerzbank erhöhten sich um 0,3 Prozent. UniCredit-Papiere zogen um 0,6 Prozent an.
Unter den Autowerten ragten Michelin mit 1,1 Prozent Aufschlag heraus. Die US-Bank JPMorgan hatte das Kursziel von 35 auf 42 Euro angehoben und die Aktien von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft. Analyst Jose Asumendi begründete seine Zuversicht mit einer höheren Nachfrage nach Ersatzreifen für Lkw sowie strukturellem Wachstum bei High-Tech-Verbundwerkstoffen.
Eine gesenkte Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2026/27 schickte im klar negativen Einzelhandelssektor die Aktien von JD Sports auf Talfahrt. Sie sackten in London um 14 Prozent ab. Der britische Sportmodehändler hatte - wie vor rund eineinhalb Wochen bereits der Schweizer Konkurrent On Holding - mit schwachen Umsätzen im zweiten Geschäftsquartal enttäuscht. Analyst Adam Cochrane von der Deutschen Bank hob das schwache Geschäft in den USA hervor.