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Der Euro-Stoxx-50 gewann am Dienstag 0,50 Prozent auf 5.569,73 Punkte. In Frankfurt legte der DAX 0,52 Prozent auf 22.680,04 Zähler zu. Der Londoner FTSE-100 stieg um 0,48 Prozent auf 10.176,45 Punkte.
Im März steht für den Euro-Stoxx-50 hingegen ein Verlust von 9,3 Prozent zu Buche - die schwächste Monatsbilanz seit Beginn der Coronavirus-Pandemie im März 2020. Ursprünglich waren die Anleger mit reichlich Optimismus für europäische Aktien in das Jahr 2026 gestartet, was sich im Eurozonen-Leitindex in einem Rekordhoch bei fast 6.200 Punkten Ende Februar widerspiegelte - zwei Tage vor Beginn der Angriffe auf den Iran. Die mit Kriegsbeginn steigenden Energiekosten schürten jedoch Zins- und Konjunktursorgen, wodurch das Börsenbarometer seine Gewinne aus dem bisherigen Jahresverlauf abgab und das erste Quartal mit einem Minus von 3,8 Prozent beendete.
Auch weiterhin mahnen die möglichen Folgen eines längeren Iran-Konflikts und anhaltend hoher Ölpreise zur Vorsicht. Laut dem "Wall Street Journal" zeigte sich US-Präsident Donald Trump zwar bereit, den Militäreinsatz im Iran zu beenden - selbst bei anhaltenden Einschränkungen in der Straße von Hormuz. Gleichzeitig drohte er jedoch mit weiteren Angriffen, während die USA ihre Truppenpräsenz in der Region ausbauten.
"Mit dem starken Anstieg der Energiepreise wächst die Befürchtung, dass die Weltwirtschaft in eine stagflationäre Phase geraten könnte, also in eine Zeit schwachen Wachstums bei gleichzeitig hoher Inflation", gab Duncan Lamont, Leiter des Strategic Research bei der Fondsgesellschaft Schroders, zu bedenken. "Für den Aktienmarkt ist das im historischen Mittel das ungünstigste Szenario."
Diese Sorgen unterstrichen neue Inflationsdaten - auch wenn sie nicht ganz so schlimm ausgefallen waren wie befürchtet. Im Jahresvergleich hatten die Verbraucherpreise in der Eurozone im März um 2,5 Prozent zugelegt. Im Februar hatte die Inflationsrate noch bei 1,9 Prozent gelegen. Volkswirte hatten im Schnitt einen etwas stärkeren Anstieg auf 2,6 Prozent erwartet.
Aus Branchensicht gab es im März viele klare Verlierer und nur einen großen Gewinner. Der Subindex der Ölaktien im Stoxx Europe 600 legte auf Monatssicht um 14,6 Prozent zu. Relativ stabil hielten sich Chemie- und Versorgerwerte. Deutlich nach unten ging es hingegen für Konsumgüteraktien mit einem Minus von gut 15 Prozent, gefolgt von Immobilien-, Automobil- und Bauwerten.
Am heutigen Dienstag waren inzwischen UBS-Aktien mit plus vier Prozent gesucht. Das Institut kann laut einem Bericht der Financial Times auf politische Unterstützung bei den Plänen rund um schärfere Kapitalvorschriften hoffen.
Unter den schwachen Konsumaktien büßten Unilever 7,3 Prozent ein. Analysten und Anleger zeigten sich mäßig begeistert vom Verkauf des Großteils seines Lebensmittelgeschäfts an den US-Gewürzhersteller McCormick & Co.