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Nachdem am Vortag die Entspannung im Grönland-Konflikt noch für Gewinne gesorgt hatte, gab es am Freitag an den europäischen Aktienmärkten wenig Bewegung. An den Börsen werden weiter alle Entwicklungen rund um die Themen Grönland und US-Zölle aufmerksam verfolgt.
Die zum Wochenschluss gemeldeten Konjunkturdaten wirkten sich nicht merklich an den Märkten aus. Der von S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex verharrte nach einer ersten Schätzung im Jänner in der Eurozone bei 51,5 Punkten. Volkswirte hatten im Schnitt einen Anstieg auf 51,9 Punkte erwartet. In Deutschland verbesserte sich hingegen die Stimmung sowohl im Dienstleistungssektor als auch in der Industrie. Der am Nachmittag in den USA gemeldete Michigan-Index der Verbraucherstimmung verbesserte sich stärker als erwartet und stieg auf den höchsten Stand seit August.
Gesucht waren zum Wochenschluss einige Telekomwerte. Nachdem am Vortag Übernahmefantasien den Sektor gestützt hatten, gaben nun die Zahlen von Ericsson Rückenwind. Der Netzwerkausrüster hatte im vierten Quartal mehr verdient als erwartet. Die Aktionäre sollen zudem eine höhere Dividende erhalten. Zugleich kündigten die Schweden ein Aktien-Rückkaufprogramm von 15 Mrd. Kronen an. Die Aktie gewann knapp 9 Prozent. Titel des Branchenkollegen Nokia kletterten um 2,6 Prozent nach oben.
Der Rekordlauf bei Siemens Energy ging am Freitag weiter. Die Aktien legten 3,5 Prozent zu und wurden erstmals über 160 Euro gehandelt. Die UBS vollzog eine Kehrtwende und empfahl nach bisher pessimistischer Einstufung die Aktie nun zum Kauf.
Rüstungswerte wie Rheinmetall (plus 3,2 Prozent) schüttelten anfängliche Kursverluste im Verlauf deutlich ab. Neue Verhandlungen über ein Ende des Kriegs in der Ukraine lasteten zunächst auf den Kursen, doch der erfolgreiche Börsengang des tschechischen Rüstungskonzerns Czechoslovak Group (CSG) hellte dann die Stimmung auf.
CSG ging am Freitag in Amsterdam an die Börse und erzielte dort eine zweistellige Milliardenbewertung. Die Aktien beendeten ihren ersten Handelstag mit 32,85 Euro um über 30 Prozent über dem Ausgabepreis von 25 Euro.
Am DAX-Ende lagen Adidas mit einem Minus von 5,7 Prozent auf dem tiefsten Niveau seit März 2023. Die kanadische Bank RBC strich ihre positive Empfehlung für den Sportartikelhersteller. Adidas schlage sich in einem recht schwierigen globalen Marktumfeld gut, doch die Markterwartungen für 2026 seien hoch, schrieb der Analyst Piral Dadhania.
LA DÉFENSE - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/THOMAS SAMSON