Europas Leitbörsen notieren zu Mittag weiterhin mit Abgaben

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Europas Börsen zum Wochenauftakt auf Talfahrt
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Die europäischen Börsen haben am Montag zu Mittag weiterhin mit deutlichen Abgaben notiert. Der Euro-Stoxx-50 verlor gegen 12.00 Uhr 2,05 Prozent auf 6.012,71 Punkte. In Frankfurt notierte der DAX um 1,9 Prozent tiefer bei 24.805,12 Zähler. Außerhalb der Eurozone fiel der FTSE-100 um 1 Prozent auf 10.801,91 Einheiten.

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Der Angriff der USA und Israels auf den Iran schickte den Aktienmarkt in Europa zum Wochenauftakt auf Talfahrt. Am Samstag hatten Israel und die USA den Iran attackiert und dabei unter anderem das iranische Staatsoberhaupt, den Religionsführer Ayatollah Ali Khamenei, getötet. Teheran reagierte mit Angriffen auf Ziele in Israel sowie auf mehrere US-Militärstützpunkte in der Golfregion. Die libanesische Hisbollah-Miliz feuerte in der Nacht Raketen auf Israel ab und griff damit an der Seite Teherans in den Kampf gegen den Erzfeind ein.

Aus Sicht der Deutsche Bank Research werden die geopolitischen Entwicklungen im Mittleren Osten weiter im Fokus stehen, auch mit Blick auf eine Unterbrechung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormuz. Sie sei eine der wichtigsten Routen für den Transport von Erdöl und LNG, so die Analysten. Die Dauer und eine potenzielle Ausweitung des Konflikts dürften die Risikowahrnehmung bestimmen und könnten somit auch an den Finanzmärkten zu höherer Volatilität führen.

Betroffen von Verlusten ist vor allem die Reise- und Touristikbranche. Die Werte von TUI verloren 8,61 Prozent, Lufthansa gaben um 6,18 Prozent nach. Auch Papiere von Flughäfen wurden verkauft. Die Anleger sorgen sich um Flugstreichungen, operative Behinderungen, steigende Ölpreise und eine möglicherweise geringere Nachfrage. Der starke Ölpreisanstieg belastete zudem Papiere aus dem Chemiesektor. So sanken BASF, Evonik, Wacker Chemie und Lanxess zwischen zwei und vier Prozent. Höhere Kosten für Öl drohen die Gewinne zu schmälern. Auch Bankenwerte zeigten sich im Minus, so etwa die Deutsche Bank (minus 3,58 Prozent) oder die Commerzbank (minus 2,91 Prozent).

Die Talfahrt der Aktien von Delivery Hero nahm nochmals zu. Der Essenslieferdienst ist mit seiner Tochter Talabat stark im Nahen Osten aktiv, und sein Aktienkurs brach zuletzt um 7,6 Prozent ein. Bei knapp über 18 Euro erreichte er den tiefsten Stand seit Ende November. Bis Ende Jänner hatten die Delivery-Hero-Aktien noch von der Fantasie profitiert, dass der Konzern einzelne Geschäftsfelder zu Geld machen könnte. Seitdem ist der Kurs nun schon um ein Drittel gefallen.

Von der deutlich gestiegenen geopolitischen Unsicherheit konnten Rüstungswerte profitieren. Die Papiere der britischen BAE Systems sprangen in der Spitze gar um 8 Prozent auf einen neuen Rekord. Experten rückten sie in den Fokus, weil sie die Infrarot-Zielerfassung der Lenkflugkörper im THAAD-Raketenabwehrsystem der US-Armee liefern. In den ersten Angriffen gegen den Iran im Juni 2025 seien Medienberichten zufolge zwischen 15 und 25 Prozent des gesamten THAAD-Arsenals gebraucht worden, um iranische Raketen gegen Israel abzufangen, schrieb David Perry von JPMorgan. Nun dürfte das Verschleißtempo weitaus höher liegen.

Ölwerte profitierten vom starken Anstieg der Ölpreise. Am Aktienmarkt konnten dies vor allem die Anleger von Eni und Totalenergies ummünzen, für die JPMorgan eine Empfehlung aussprach. Bei Eni vollzog Experte Matthew Lofting sogar eine Kehrtwende nach bisher negativer Einstufung. Durch die Straße von Hormuz, deren Verkehr der Iran nun einschränkt, gingen zwischen 20 und 30 Prozent der globalen Öl- und Gasversorgung, so Lofting. Die Sicherheit dieser Transporte stehe nun ganz klar im Fokus. Die Anleger sollten im Energiebereich insbesondere auf Unternehmen mit hohem Ölpreis-Hebel setzen. Eni-Aktien seien bei Ölpreisen von 70 Dollar und mehr je Barrel im Branchenvergleich wieder günstig.

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