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Die Anleger bleiben vor dem Wochenende wegen möglicher weiterer Ereignisse im Nahen Osten vorsichtig, was auch mit dem anhaltend hohen Ölpreis in Zusammenhang steht. Wie der Aktienstratege Emmanuel Cau von der Barclays Bank schrieb, sind die Aktienmärkte bisher aber noch nicht so stark gefallen wie bei früheren Ölpreisschocks. Anleger glaubten noch an den "Trump-Put", also die Annahme, dass der US-Präsident rechtzeitig eingreift, wenn die Märkte stärker unter Druck geraten. "Die Nervosität wächst jedoch täglich und je länger die Straße von Hormuz geschlossen bleibt, desto stärker dürften die Märkte in Richtung Stagflation tendieren", warnt der Experte.
Seit Donnerstag pendelt der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent auf hohem Niveau um die 100 US-Dollar-Marke, während der Iran trotz massiver Angriffe der USA und Israels mit weiteren Angriffen auf die Öl- und Gas-Infrastruktur der Golfregion droht. Von Seiten der USA gab es ebenso wenig Anzeichen der Deeskalation, stattdessen verschärfte US-Präsident Donald Trump seinen Ton weiter.
Produktionsdaten aus der Industrie der Eurozone bewegten die Kurse nicht merklich. In den USA steht am Nachmittag noch die Veröffentlichung des PCE-Deflators für Jänner, also des von der US-Notenbank bevorzugten Inflationsmaßes, an. Ebenfalls erwartet wird das Michigan Sentiment. "Die Umfrage dürfte teilweise in der ersten Kriegswoche durchgeführt worden sein", erklären die Ökonomen der Helaba, die daher einen Rückgang des Barometers erwarten. Ansonsten gerieten Konjunkturdaten zuletzt eher in den Hintergrund, zumal sie wegen der jüngsten Entwicklungen ohnehin als überholt gelten könnten.
Mit Blick auf das Branchentableau wurden am Vormittag defensive Sektoren bevorzugt. Versorger- und Telekomaktien verzeichneten die größten Gewinne und standen dabei noch vor den Ölwerten, die von den steigenden Ölpreisen profitierten. Klare Verluste gab es hingegen in Reise- und Rohstofftiteln.
In Amsterdam zogen BE Semiconductor um gut neun Prozent an. Der Halbleiterausrüster hatte laut der Nachrichtenagentur Reuters Übernahmeinteresse geweckt.