Europas Leitbörsen mit Verlusten

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Ölpreise bereiten Kopfzerbrechen
 © APA/APA/THEMENBILD/HARALD SCHNEIDER
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Die europäischen Börsen haben am Dienstagvormittag in die Verlustzone gedreht. Der Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 lag mit minus 0,47 Prozent bei 6.389,71 Zählern. Der DAX in Frankfurt verlor 0,93 Prozent auf 26.017,14 Punkte. Außerhalb der Eurozone fand sich der Londoner FTSE-100 mit minus 0,67 Prozent auf 10.750,58 Einheiten.

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Angesichts schon hoher Bewertungen haben die Börsen derzeit mit den - zuletzt durch die Zuspitzung der Lage im Iran-Krieg - weiter steigenden Ölpreisen zu kämpfen. Hinzu kommen rekordhohe Anleihezinsen als Belastung. Eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) in der kommenden Woche gilt seit geraumer Zeit als sicher. Und seit entsprechenden Hinweisen von US-Notenbankchef Kevin Warsh vom vergangenen Freitag gehen die Märkte auch von einer Leitzinserhöhung in den USA im September aus.

"Langsam setzt sich bei den Anlegern die Erkenntnis durch, dass bei der Zinsanpassung noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Wir sehen eine weltweite Anpassung des Zinsniveaus", erklärte Jochen Stanzl von der Consorsbank den jüngsten Abwärtsdruck an den Börsen.

Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners erinnerte zudem daran, dass der September üblicherweise ein schwacher Börsenmonat ist. Allerdings stehe für den abgelaufenen August, der im Durchschnitt ebenfalls negativ verlaufe, eine positive Bilanz zu Buche, relativierte er.

Auf Unternehmensseite im DAX näherten sich Symrise mit fast 1,9 Prozent Kursplus ihrem Jahreshoch. Hier sorgte zunächst eine Kaufempfehlung von Jefferies für gute Stimmung. Zudem verkauft der Aromen- und Duftstoffehersteller sein US-Geschäft mit Terpen-Inhaltsstoffen an die Beteiligungsgesellschaft Mutares , die damit ihr Chemiegeschäft und den Fußabdruck in den USA stärkt. Mutares Papiere zeigten sich von dem Deal wenig bewegt.

Die Aktien des Technologiekonzerns Kontron profitierten mit 1,2 Prozent Aufschlag von Aufträgen für Bahnkommunikationslösungen aus Rumänien. Ebenfalls im SDax zollten OHB -Papiere dem starken Lauf am Vortag Tribut und gaben um mehr als viereinhalb Prozent nach. Ein milliardenschwerer Satellitenauftrag der Europäischen Union hatte den Kurs des Bremer Raumfahrtunternehmens zu Wochenbeginn angetrieben.

Die Aktien von Air Liquide haben am Dienstag im an der Spitze des Euro-Stoxx-50 gut zugelegt. Mit 2,8 Prozent Kursplus liefen sie ihren seit April vorherrschenden Korrekturtrend an und testeten obendrein die 100-Tage-Durchschnittslinie, die als mittelfristiger Trendindikator gilt. Knacken konnten sie den Korrekturtrend aber zunächst nicht. Die Aktie reagierte positiv auf Presseberichte, wonach der aktivistische Investor Elliott Kreisen zufolge eine Beteiligung an dem Industriegase-Konzern erworben hat und das Management dazu dränge, die Margen zu verbessern.

Das Analysehaus Jefferies hat das Kursziel für den schweizerischen Parfum- und Duftstoffhersteller Givaudan von 3.700 auf 3.030 Franken gesenkt und die Aktien von "Buy" auf "Hold" abgestuft. Die Aktien der europäischen Zutatenindustrie hätten sich zwar deutlich von ihren Tiefs im ersten Quartal erholt, die Bewertungen seien aber historisch gesehen noch sehr niedrig, schrieb Marcus Dunford-Castro am Montag. Givaudan verloren bisher in Zürcih 1,13 Prozent auf 3.245 Franken.

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