
von
Der DAX in Frankfurt verlor 1,17 Prozent auf 26.258,11 Zähler. Vor dem Wochenende hatte der deutsche Leitindex den Signalen von US-Notenbankchef Kevin Warsh für eine Zinserhöhung mit einem Rekordhoch getrotzt. Im August verbuchte er aber ein Plus von etwa 2,5 Prozent. Außerhalb des Euroraums büßte der Schweizer Leitindex SMI am Montag 0,79 Prozent auf 14.286,43 Punkte ein.
"Gleich zu Wochenbeginn haben es Anleger mit genau den Themen zu tun, die sie seit Wochen umtreiben: den Sorgen vor steigender Inflation und ungelösten geopolitischen Fragen sowie der Angst, dass die amerikanische Notenbank bald die Zinsen anheben könnte", schrieb Jochen Stanzl, Marktanalyst bei der Consorsbank.
Die Ölpreise sind nach gegenseitigen Militärschlägen der USA und des Iran gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im November legte um mehr als zwei Prozent auf über 91 US-Dollar zu.
Ins Blickfeld rückten zudem Inflationszahlen aus Deutschland. Hohe Energiepreise trieben die Teuerung in der größten europäischen Volkswirtschaft erneut bis knapp unter die Drei-Prozent-Marke. Wie schon im April erreichte die Inflationsrate im August 2,9 Prozent. Analysten hatten im Schnitt mit einer etwas höheren Jahresrate von 3,0 Prozent gerechnet, nachdem sie im Monat zuvor 2,8 Prozent betragen hatte. Stärker gestiegen sind die Verbraucherpreise in Europas größter Volkswirtschaft zuletzt im Dezember 2023 mit damals 3,7 Prozent.
In einer europäischen Branchenbetrachtung fiel der Stoxx Europe-600 Real Estate, der den Immobiliensektor abbildet, auf das tiefste Niveau seit Mitte Juli, während deutsche Bundesanleihen auf dem höchsten Niveau seit 15 Jahren rentieren. Auch die zinssensitiven Wachstumswerte im Stoxx Europe 600 Technology wurden von den Anlegern merklich verkauft, zumal der Halbleitersektor am Freitag in den USA Schwäche gezeigt hatte. Fed-Chef Kevin Warsh hatte in seiner Rede auf der Notenbankkonferenz in Jackson Hole Zinserhöhungen signalisiert. Ein Schritt im September gilt am Markt nun als wahrscheinlich.
Stabil bis leicht im Plus waren der Stoxx Europe-600 Oil & Gas und der Stoxx Europe-600 Chemicals. Beide profitierten von den ersten Angriffen des US-Militärs auf Ziele im Iran seit Mitte Juli. Die Ölpreise stiegen und die Hoffnung auf eine Verlängerung der Sonderkonjunktur im Chemiesektor durch die schwierige Passage der Straße von Hormuz nahm wieder zu.
Die Ölwerte von Repsol zogen etwa 2,5 Prozent an. Unter Verkaufsdruck standen Siemens Energy mit einem fünfprozentigen Abschlag nach den Verlusten der KI-Branche an der Wall Street und in Asien.
FRANKFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND