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"Die Hoffnung auf eine Verlängerung des Waffenstillstandes (zwischen dem Iran und den USA) treibt Anlegerinnen und Anleger in Aktien", kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Die Bestmarke des marktbreiten S&P 500 vom Vortag wertet er als Beleg, dass "der US-Aktienmarkt den Iran-Krieg hinter sich gelassen hat, bevor er wirklich vorbei ist." Auch die Tech-Barometer der Nasdaq stellten Rekorde auf, ebenso am Donnerstag der japanische Nikkei-225.
Die aktuellen Bewertungen in New York beinhalteten allerdings "eine gehörige Portion Optimismus", was die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Kriegs angehe, gab Altmann zu bedenken. Denn ein Friedensschluss wäre erst der "Startschuss für einen langen und steinigen Weg zurück zu geordneten und kalkulierbaren Energiemärkten".
Stärkster Sektor waren die Technologiewerte. Hier kam Rückenwind durch starke Quartalszahlen des taiwanesischen Chipherstellers TSMC. Die europäischen Halbleiteraktien Technoprobe, ASMI und ASML verbesserten sich jeweils um gut zweieinhalb Prozent.
In Zürich waren DocMorris gefragt, die nach Zahlen um 4,4 Prozent anzogen. Die Analysten von Jefferies sprachen von einem soliden Jahresstart der Onlineapotheke. Das Umsatzwachstum im ersten Quartal habe sich am oberen Ende der Ziele für das Gesamtjahr bewegt. Bei Online-Rezepten seien merkliche Fortschritte erzielt worden. Spätestens im vierten Quartal sollte es gelingen, beim bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Damit würde das Hauptanliegen der Aktionäre erfüllt.
Easyjet büßten dagegen in London 1,3 Prozent ein. Der Billigflieger bekommt die Folgen des Iran-Kriegs zu spüren. Die Buchungen haben sich abgeschwächt in den vergangenen Wochen, teilte der Konzern mit. Deshalb sei die Vorausschau momentan geringer als üblich. Zudem belasteten in den vergangenen Wochen die in Folge des militärischen Konflikts stark gestiegenen Ölpreise.
Pernod Ricard gaben in Paris um 0,8 Prozent nach. Der Spirituosenkonzern wurde wegen der Folgen des Nahost-Konflikts bei seinem Umsatzausblick vorsichtiger.